Digitalisierung: Der Kundennutzen muss im Vordergrund stehen

EVVA, Hersteller von smarten Zutrittssystemen, lebt Digitalisierung schon lange, entwickelt Standards und sieht diese als Chance. Am 14. März erzählt Konzernbereichsleiter Michael Kiel beim 2. Fachkongress Industrie 4.0, wie Digitalisierung gelebte Realität wird

Wien (AS prm, 27.02.2018)
AirKey Verwendung im Büro © EVVA

AirKey - Verwendung im Büro © EVVA

Der große Schlüsselbund, der Taschen und Sakkos ausbeult, ist passé. Wer Heizung, Belüftung und Beleuchtung mit Tablet oder Handy steuert, kurz: sein Haus via Smartphone managt, kann damit auch "aufsperren" oder genauer gesagt, den Zutritt zu seinem Heim regeln.

"Mit AirKey haben wir ein Produkt am Markt, welches das Smartphone zum Schlüssel macht", erklärt Michael Kiel, Konzernbereichsleiter bei EVVA, führender Anbieter von Zutrittssystemen in Europa, der den Prozess der Digitalisierung schon vor vielen Jahren eingeleitet hat. 2009 habe man sich entschieden, ein eigenes elektronisches Produkt zu entwickeln, das schließlich 2014 auf den Markt kam, berichtet Kiel.

Was AirKey mehr kann als herkömmliche Systeme, beschreibt Hanspeter Seiss, AirKey-Produktmanager bei EVVA, so: "Stellen Sie sich vor, Sie versenden Ihre Schlüssel einfach online mit E-Banking-Standards an ein beliebiges Smartphone. Die berechtigte Person erhält eine SMS und hat einen digitalen Schlüsselmoment. Ob Servicetechniker oder Urlaubsgast, man kann einfach und sicher end-to-end-verschlüsselt eintreten."

Der Grundstein für diese digitalen Anwendungen wurde beim Leitbetrieb EVVA bereits vor mehr als 15 Jahren gelegt. "Man muss die Digitalisierung als Chance sehen, die man konzeptionell und strukturiert für sich nutzen kann", betont Technik-Experte Kiel, der auch über kaufmännisches Know-how verfügt.

Hilfe bei der Digitalisierung

Kiel sieht dabei zwei Möglichkeiten: "Entweder, man entwickelt alles selbst, oder man sucht sich einen Partner, etwa ein Start-up, das Hilfe braucht. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man investiert." Als Traditionsbetrieb habe man beides versucht und sich letztlich dafür entschieden, alles selbst in die Hand zu nehmen: "Bei komplexen Produkten braucht das aber Zeit, bis sich das rentiert."

Man dürfe sich durch die Digitalisierung keinesfalls verrückt machen aber auch nicht einfach treiben lassen, erklärt Kiel. "Es gibt derzeit noch viel Digitalisierungspotenzial, und es braucht klare Strukturen im Unternehmen, um dieses auszuschöpfen." Klar sei jedenfalls: Der Kundennutzen muss dabei immer im Vordergrund stehen, und die Kundenberührungspunkte seien bei der Digitalisierung wichtiger als Kosteneinsparungen.

Ganz wesentlich sei bei einem Digitalisierungsprozess außerdem, dass alle Ebenen im Unternehmen an einem Strang ziehen. Digitalisierung müsse zudem nicht zwingend in allen Bereichen im gleichen Maß passieren, aber man sollte sich auf jeden Fall Geschäftsmodelle im Fall einer möglichen Disruption überlegen. "Mit der Elektronik ist EVVA auf sich verändernde Kundenbedürfnisse gut vorbereitet", erklärt Kiel.

Online-Verwaltung

Am Beispiel AirKey heißt das unter anderem, dass etwa neben der Onlineverwaltung auch die App, die die Zutrittsberechtigungen verwaltet, neu gestaltet wurde. Das Smart Home, das Ferienhaus oder das Shared Office kann jetzt nicht nur per NFC, sondern auch per Bluetooth Low Energy (BLE) aufgesperrt werden - ein Vorteil für iPhone-Besitzer.

Beim 2. Fachkongress Industrie 4.0 von Austrian Standards am 14. März gibt Michael Kiel Tipps, wie man die Digitalisierung zur Exzellenzentwicklung nutzen kann. 

Am Fachkongress Industrie 4.0 am 14. März 2018 können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Praxisbeispielen lernen, wie sich aus erfolgsträchtigen Kooperationen mit Start-Ups unter Berücksichtigung kommender Standards Zukunftsstrategien und neue Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Andere Themen werden Lösungen für die Produktionsdatensicherheit aus der Industriepraxis sein, um agile Fertigung zu ermöglichen sowie die notwendigen politischen Weichenstellungen für Industrie 4.0 in Österreich.

Details unter www.austrian-standards.at/industrie40

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