Internet der Dinge (IoT)

Das Internet der Dinge (englisch Internet of Things, kurz IoT) bezeichnet die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation innerhalb einer Internet-ähnlichen Struktur.

Objekte, Menschen, Systeme und Informationsquellen verbinden sich darin zu einer Infrastruktur, die in der Lage ist, mit Hilfe intelligenter Services Informationen sowohl aus der realen wie auch aus der virtuellen Welt zu verarbeiten. Darüber hinaus ist das System in der Lage, auf diese Informationen zu reagieren.

Der Begriff Internet of Things geht auf den britischen Wissenschaftler Kevin Ashton vom Auto-ID Center am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zurück, der ihn 1999 erstmals verwendete.

 

Inhaltsverzeichnis

1 Hintergrund
2 Sonderfall Industrie 4.0
3 Stand der Normung
4 Organisatorisches
5 Bibliografie
6 Kurzbeschreibung

 

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4. November 2020, 9:00 - 14:00 Uhr

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1. Hintergrund

Im Prinzip basiert das Internet der Dinge darauf, dass viele reale Dinge dem Netzwerk Informationen über den eigenen Zustand zur Verfügung stellen. Angaben zur aktuellen Nutzung oder zu Verschleiß, Füllständen und Umgebungsbedingungen können dazu dienen, Serviceintervalle zu optimieren, Teile rechtzeitig auszutauschen oder den Energieverbrauch zu optimieren.

Voraussetzung für ein funktionierendes Internet der Dinge ist die Standardisierung der eingesetzten Komponenten und Dienste. Darüber hinaus braucht es eine einfach zugängliche, sichere Netzwerkanbindung sowie die Entwicklung kostengünstiger automatisierter digitaler Services im Netzwerk.

Bei der Realisierung des IoT spielen auch Cloud Computing und Big Data eine wichtige Rolle. In Alltagsgegenständen verbaute, kostengünstige Sensoren und Prozessoren sollen die Vernetzung vorantreiben und mithilfe künstlicher Intelligenz und Machine Learning neue Services bieten, die den individuellen Alltag erleichtern. Das Internet der Dinge dringt damit in das persönliche Leben zahlreicher Menschen ein und berührt dabei nicht nur Prozesse der technischen Standardisierung, sondern wirft auch Fragen hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz auf.

Diese Themen behandelt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO), die ab dem 25. Mai 2018 verbindlich in allen EU-Staaten anzuwenden ist. Sie vereinheitlicht EU-weit das Datenschutzrecht und regelt unter anderem die Rechtsgrundlagen der personenbezogenen Datenverarbeitung samt den Rechten der Betroffenen und den Pflichten der Verantwortlichen. Darüber hinaus gilt die EU-DSGVO auch für Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union haben, die sich aber mit ihren Angeboten auch an EU-Bürger wenden (Marktortprinzip).

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2. Sonderfall Industrie 4.0

Ein spezieller Anwendungsfall des Internet of Things ist die sogenannte Industrie 4.0. Der Begriff bezeichnet die Zielsetzung, industrielle Produktionsprozesse durch die intelligente Vernetzung von Komponenten und Teilsystemen neu zu definieren. Dabei spielt vor allem das Realzeitverhalten der Systeme – zusammengefasst unter dem Begriff "Cyber-Physical Systems" (CPS) – eine wesentliche Rolle, wobei Standards und Normen – speziell für die Themen Safety und Security – maßgeblich sind.

Beide Themen – Industrie 4.0 und das Internet der Dinge – beflügeln jedenfalls die Phantasie von Politikern, Wirtschaftslenkern und IT-Spezialisten. Geht es dabei doch um Millionen Arbeitsplätze und um nicht weniger als um Sicherheit und Wohlstand in der Welt von morgen.

 

3. Stand der Normung

Für ein funktionierendes Internet der Dinge braucht es eine effiziente Standardisierung der eingesetzten Komponenten und Dienste. Gegenwärtig werden die existierenden Standards überprüft, inwieweit sie für Anwendungen im Internet der Dinge angepasst werden können. Während einige Standards lediglich adaptiert werden müssen, sind für andere Themen völlig neue Regelwerke für das Internet of Things zu entwickeln.

Bereits veröffentlicht wurden der dreizehnteilige Internationale Standard ISO/IEC 29341 zum Management von Geräten und deren Protokollen. In Ausarbeitung befinden sich zur Zeit Standards, die Definitionen und Vokabular des Internet of Things (ISO/IEC CD 20924) sowie den Aufbau einer entsprechenden Referenzarchitektur (ISO/IEC CD 30141) thematisieren. Zahlreiche weitere Regelwerke zu Themen wie Frameworks, Use Cases, dem Gebrauch von Object Identifiers und IoT in der Versorgungskette sind in Vorbereitung.

 

4. Organisatorisches

Um die Standardisierung des Themas voranzutreiben, wurde das Joint Technical Committee 1 (ISO/IEC JTC 1) Information Technologies, Subcommittee 41 "Internet of Things and related Technologies" aus der Taufe gehoben. Dieses neue, bei den internationalen Standards-Organisationen ISO und IEC angesiedelte Arbeitsgremium entsteht aus den Arbeitsgruppen 7 "Sensor Networks" und 10 "Internet of Things", baut also auf den bereits erarbeiteten Inhalten auf und führt deren Arbeiten fort.

In Österreich traf am 3. April 2017 das nationale Spiegelgremium AG 001.41 ASI/OVE Joint Working Group Internet of Things des Komitees 001 Informationstechnologie zur konstituierenden Sitzung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Manfred Wöhrl vom Verein DigitalSociety zusammen. Der IoT-Pionier vertritt Österreich auch als Delegierter auf internationaler Ebene. Für das Spezialthema Industrie 4.0 entwickelte Austrian Standards in Kooperation mit der Plattform Industrie 4.0 Österreich den Normungs-Kompass Industrie 4.0. Gemeinsam mit dem ergänzenden Online-Normenkatalog Industrie 4.0 zeigt das Tool einfach und übersichtlich, welche für Industrie 4.0 relevanten Standards es bereits gibt, in welchen Bereichen welche Standards entwickelt werden, und wer in Österreich dafür Ansprechpartner ist.

 

5. Bibliografie

ISO/IEC 29341 Information technology – UPnP Device Architecture
ISO/IEC 30141 Internet of Things (loT) – Reference Architecture
ÖNORM ISO/IEC 27001 Informationstechnologie – Sicherheitstechnik – Informationssicherheits-Managementsysteme – Anforderungen
ÖNORM ISO/IEC 27013 Informationstechnik – IT-Sicherheitsverfahren – Leitfaden für die integrierte Implementierung von ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 20000-1 (ISO/IEC 27013:2015)

 

6. Kurzbeschreibung

Als Internet der Dinge wird die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte – sowohl Menschen als auch Dinge – mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur bezeichnet.

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