Warum Standards?

Kurz gesagt: Optimierte Modell-Lösungen von Fachleuten für Produkte und Dienstleistungen aller Art, auch branchenübergreifend.

Nehmen wir zum besseren Verständnis das Beispiel von Herrn Schöberl:

Herr Schöberl lebt in einer Welt ohne Standards. Er leitet einen mittelgroßen Zulieferbetrieb in der Elektronikbranche und arbeitet eng mit einem internationalen Konzern zusammen. Jeder dieser Konzerne hat seine eigenen Systeme entwickelt, die alle nicht zueinander passen.

 

Wie wirkt sich das aus?

Frau Berger leitet als Friseurmeisterin einen Salon und muss jeden Tag verlässlich Ihren Kundinnen und Kunden die Haare föhnen. Herr Schöberl, als erfahrener Verkäufer, pflegt regelmäßigen Kundenkontakt und überrascht Frau Berger zu ihrem Geburtstag mit einem modernen, multifunktionalen Haarföhn.

Frau Berger freut sich, möchte den Föhn anstecken und erstarrt: Der Stecker passt nicht. Herr Schöberl hatte nicht daran gedacht, dass die im Haus verbauten Elektroinstallationen von einem anderen Hersteller waren.

 

Herr Schöberl hat die Idee, einen modernen Standard für Stecker und Steckdosen ins Leben zu rufen. Er beauftragt einen Mitarbeiter, einen Vorschlag zu erarbeiten und einen detaillierten Projektantrag bei Austrian Standards einzureichen. Herr Schöberl freut sich und geht auf einen Kaffee.

Nach erfolgreicher Einreichung liest der Steckdosenhersteller Siegelmüller den Projektantrag von Herrn Schöberl und kommentiert einige Passagen. Er ist von der Idee so begeistert, dass er bei der Entwicklung des Standards mitarbeiten möchte und ruft die passende Komitee-Managerin bei Austrian Standards an.

Entwicklung von Standards

Damit beginnt der Standardisierungsprozess. Die Komitee-Managerin von Austrian Standards stellt aus einer interessierten Personengruppe ein Komitee zusammen, das einen Norm-Entwurf erarbeitet.

Einige Zeit ist vergangen und Herr Schöberl liest bei einer Tasse Tee eben diesen Norm-Entwurf. Begeistert ruft er Frau Berger an und berichtet von den Fortschritten . Er holt ihre Meinung ein und vermerkt Änderungsvorschläge. Das Komitee sammelt alle Vorschläge, wertet diese aus, arbeitet sie ein und einigt sich am Ende auf den neuen Standard.

 

In der Folge beginnen namhafte Hersteller, den Standard in ihren Produkten zu nutzen und Frau Berger kann ab jetzt zufrieden ihren Kundinnen und Kunden die Haare föhnen, und das sogar mit dem geschenkten Föhn, da explizit die Möglichkeit von Adapterlösungen zur Rückwärtskompatibilität zu bestehenden Systemen geschaffen wurde.

Zwei Jahre später trifft sich das Komitee zu einer Aktualisierung des Standards, weil neue Anforderungen des Marktes eine Überarbeitung notwendig gemacht haben.

Gemeinsame Lösungen für Österreich und die Welt

Was in Herrn Schöberls Welt eine Neuerung darstellt, ist bei uns gelebte Praxis. Austrian Standards ermöglicht einer Vielzahl österreichischer Fachleute, ihre innovativen Ideen in nationalen und internationalen Standardisierungsprozessen einzubringen.

Ein Standard ist eine Empfehlung („good practice“)

Sechs Dinge, die Sie über Standards wissen sollten:

  • Standards sind von Fachleuten entwickelte Empfehlungen.
  • Standards stehen für Qualität, sorgen für Sicherheit und schaffen Vertrauen.
  • Standards öffnen Unternehmen den Zugang zu neuen, internationalen Märkten.
  • Die Entwicklung von Standards ist offen für alle.
  • Standards sind Motor für Innovation.
  • Standards haben grundsätzlich keine rechtliche Verbindlichkeit.