Compliance – verantwortungsvolle Firmenpolitik durch Standards

Verantwortliche in Unternehmen installieren zunehmend Compliance Management Systeme, die gesetzeskonformes Handeln gewährleisten und kriminelle Handlungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterbinden

 

In diesem Zusammenhang sind der Internationale Standard ISO 19600 "Compliance Management Systems" und ISO 37001, der Standard gegen Korruption, zu nennen.

Grundlage für die Erarbeitung von ISO 19600 war der bei Austrian Standards veröffentlichte Standard ONR 192050, der erstmals konkrete Anforderungen an ein wirksames Compliance Management System bot.

Beide Standards sind auf alle Organisationsformen und -größen anwendbar und sollen dabei helfen, regelkonformes Verhalten durch entsprechende Strukturen und Prozesse in der Organisation/im Unternehmen zu gewährleisten. 

Im Folgenden werden zwei Beispiele für Unternehmen mit CMS-Systemen beschrieben, die oberösterreichische Rosenbauer International AG, einer der weltweit führenden Hersteller von Feuerwehrtechnik, und der Kärntner Energiedienstleister Kelag.

 

"Wir sehen uns in der Verantwortung“

Die Rosenbauer International AG entwickelt seit mehr als 145 Jahren Spezialfahrzeuge und Systeme für den Brand- und Katastrophenschutz. Dabei erfüllen alle Produkte des oberösterreichischen Unternehmens die Anforderungen österreichischer, europäischer und US-amerikanischer Standards.

Dr. Wolfgang Stroh, verantwortlich für die Einhaltung der rechtlichen Grundlagen und Kodizes, ist überzeugt: „Wachstum und steigender Umsatz bedeuten ein Mehr an Verantwortung.“

Im Rahmen der Corporate Governance dient Compliance bei Rosenbauer auch dazu, gute Unternehmensführung zu fördern.

Der österreichische Konzern ist mittlerweile nach vielen Standards zertifiziert. „Für unsere Produkte sind nicht nur die heimischen ÖNORMEN von Relevanz. Im Geschäft in Europa, Asien und Amerika sind es vor allem ISO-Standards, aber auch DIN aus Deutschland und das Regelwerk zum Brandschutz der National Fire Protection Association NFPA aus den USA“, so Wolfgang Stroh. 

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens lässt sich als ein Erfolg der Standardisierung beschreiben. Aufbauend auf den Standards, die zur Herstellung erstklassiger Produkte notwendig sind, festigen jene für die unterschiedlichen Managementbereiche diese Basis. Regeln für „Good Governance“ und Compliance Management helfen, den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. 

Die Kärntner Kelag, einer der führenden Stromerzeuger aus erneuerbarer Energie, besitzt ebenfalls ein Compliance Management System nach ONR 192050.

 

"Compliance sichert den Wert des Unternehmens"

Credit: Kelag Bildarchiv

Die Kelag ist einer der führenden Energiedienstleister Österreichs und in den Geschäftsfeldern Strom, Wärme und Erdgas tätig. Die Unternehmensgruppe betreibt die Verteilernetze für Gas und Strom in Kärnten, zählt zu den großen österreichischen Erzeugern von Strom aus Wasserkraft und ist der größte landesweite Anbieter von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme.

"Die Identifizierung von und der Umgang mit rechtlichen Risiken ist Teil unseres Risikomanagements", sagt Kelag-Vorstandssprecher Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Egger. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit einer internationalen Anwaltskanzlei ein konzernweites Compliance Management System (CMS) implementiert, das die Wahrscheinlichkeit von Rechtsverstößen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KELAG-Konzerns so gering wie möglich hält. Das System wurde anschließend von Austrian Standards nach ONR 192050 zertifiziert. 

"Unser Compliance-System schützt den Konzern und jeden einzelnen Beschäftigten und es leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes", ist Dr. Oskar Sobej, Chief Compliance Officer der Kelag, überzeugt.

"Das zertifizierte Compliance Management System beinhaltet die für uns wichtigen Risikofelder Anti-Korruptionsrecht, Datenschutzrecht, Kartellrecht, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und Vergaberecht", erläutert Compliance Officer Mag. Markus Minarik.

Zertifiziert wurden die Kelag AG und ihre Tochterunternehmen Kelag Wärme GmbH und KNG-Kärnten Netz GmbH

"Die Compliance-Zertifizierung war für uns ein wichtiger und notwendiger Schritt in Richtung Transparenz und Vertrauensbildung unseren Stakeholdern gegenüber. Die professionelle und sehr kompetente Durchführung der Audits und des gesamten Zertifizierungsprozesses durch die Experten von Austrian Standards war dabei eine überaus wertvolle Unterstützung für uns", resümiert Oskar Sobej, der Chief Compliance Officer der Kelag.

Bibliographie

ONR 192050 Compliance Management Systeme (CMS) - Anforderungen und Anleitung zur Anwendung