#EU-Standardisierungs-strategie

Grün. Digital. Zukunftsorientiert.

Expert Talks am 9. Juni 2022
 

Eine Kooperationsveranstaltung VON

 

Das waren die Expert Talks am 9. Juni 2022

 

Austrian Standards hieß vor kurzem rund 80 hochkarätige Expertinnen und Experten willkommen, um im Rahmen von spannenden Talks verschiedene Aspekte und Auswirkungen der neuen EU-Standardisierungs-Strategie zu beleuchten.

Sophie Müller, Head of Unit, Standards Policy, DG GROW European Commission, gab in ihrer Keynote Einblick in die Entstehung der neuen Standardisierungs-Strategie und welchen Beitrag China dazu geleistet hat.

Eine klare Erkenntnis ist, dass Standards eine wesentliche Rolle spielen, damit Österreich und Europa im internationalen Kontext weiterhin wettbewerbs- und zukunftsfähig bleiben.

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Damit Österreich und Europa im internationalen Kontext weiterhin wettbewerbs- und zukunftsfähig bleiben, gibt es einiges zu tun. Und Standards spielen dabei eine wesentliche Rolle.

 

Einigkeit bestand über folgende Erkenntnisse:

 

Standards – das (noch immer) unbekannte Wesen

Standards sind Teil unseres täglichen Lebens, aber vielen Menschen ist ihr Stellenwert nicht bekannt. Das Verständnis über Standards und der Nutzen der Standardisierung müssen besser vermittelt werden.

Standardisierung ist Chefsache

Der heutige Binnenmarkt würde ohne Standardisierung nicht funktionieren. Standardisierung gehört deshalb verstärkt in die Führungsetagen, denn dort werden die Entscheidungen zur Teilnahme getroffen. Selbst im Europäischen Parlament finden sich kaum Abgeordnete, die sich mit Standardisierung auskennen. Dieses Verständnis wurde in den letzten Jahren auf politischer Ebene vernachlässigt und soll nun verstärkt kommuniziert werden.

Der Wettlauf mit der Zeit

Bestehende Probleme müssen rasch behoben werden. Darunter fällt vor allem die Dauer bis zur Veröffentlichung eines neuen Standards. Bei großen Investmententscheidungen sollte eine notwendige Standardisierung von Anfang mitbedacht werden, am Ende von Projekten ist es zu spät.

Digitalisierung und Gesetzgebung

Im Vergleich der neuen europäischen mit der österreichischen Standardisierungs-Strategie ist Österreich im klassischen Bereich gut aufgestellt, bei neuen Technologien hinkt es jedoch hinterher. Insbesondere die Digitalisierung ist hier betroffen, wobei KI ein großes und wichtiges Zukunftsthema ist.

Es prallen Diskussionen über Internetprotokolle, Überwachung und demokratische Werte aufeinander. Die beste Gesetzgebung ist unbrauchbar, wenn die technische Umsetzung nicht funktioniert. Wie Daten gehandhabt werden, muss in der Standardisierung ausgearbeitet werden.

China auf dem Weg zur Spitze

Die chinesische Standardisierungs-Strategie wurde vom Premierminister vorgestellt und hat höchste politische Priorität. Die Intention Chinas ist es, der globale Führer der internationalen Standardisierung zu werden. Und China ist bei neuen Standardisierungsvorschlägen bereits an vorderster Stelle mit dabei.

Wo das deutsche Normungsinstitut DIN derzeit noch an erster Stelle steht, hat sich China in wenigen Jahren bei der internationalen Standardisierungsorganisation ISO von 6 auf 75 Sekretariate hinaufgearbeitet. In Europa gibt es nicht ausreichend ExpertInnen, die hier mithalten können.

ExpertInnen für die Zukunft gesucht

Wenn es keinen Nachwuchs an ExpertInnen in der Standardisierung gibt, werden Österreich – und auch Europa – ins Hintertreffen geraten. Ein Mittel, hier entsprechend gegenzusteuern, ist die Verankerung in der Ausbildung. Die Bereitstellung von Ressourcen und Kompetenzen stellen eine große Herausforderung dar.

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Mag. Georg Konetzky, Sektionschef, Sektion Nationale Marktstrategien, BMDW

Auswirkungen der EU-Standardisierungs-Strategie auf Österreich

Mag. Georg Konetzky wies darauf hin, wie hoch die Erwartungen an die Standardisierung sind und dass es wichtig wäre, Anpassungskosten zu senken. Dadurch würde die Implementierung neuer Technologien und Produkte erleichtert werden. Doch auch die Priorisierung und Identifizierung von Schwerpunkten gehöre stärker herausgearbeitet.

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Die EU-Strategie für die Normung aus Sicht des BMDW

Normung ist in den verschiedenen Mitgliedstaaten der Union unterschiedlich rechtlich verankert und organisiert. Die EU-Strategie für Normung setzt sich zum Ziel, Normen zu einem zentralen Element eines resilienten, grünen und digitalen EU-Binnenmarktes zu machen und die Rolle des europäischen Normungssystems in der Welt zu stärken.

Zur vorbereitenden Roadmap der Kommission hat das BMDW verschiedene Punkte aus Expertensicht angeregt. Dieser Beitrag sowie Elemente der österreichischen Normungsstrategie werden der EU-Strategie für Normung gegenübergestellt und Verbindendes wie auch Herausforderungen thematisiert.

Zur Person

2019 übernahm Georg Konetzky die Leitung der Sektion Nationale Marktstrategien im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. In seine Zuständigkeit fallen das Gewerberecht, die Elektrotechnik, das Beschusswesen, die Berufsausbildung, die Marktüberwachung, das Akkreditierungswesen, das Norm-, Eich- und Vermessungswesen, die staatliche Aufsicht über die Wirtschaftskammern, die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die Ziviltechnikerkammern, die Genossenschaftsrevisionsverbände und die Koordinierung der wirtschaftlichen Krisenvorsorge.

Konetzky_Portrait

Mag. Georg Konetzky
© BMDW/Hartberger

Sophie Müller M.A., MAES, Head of Unit, Standards Policy, DG GROW, EU-Kommission

Die Keynote wurde von Sophie Müller gehalten, die eigens aus Brüssel angereist war. Sie berichtete, wie es dazu kam, dass eine neue Standardisierungs-Strategie ins Leben gerufen wurde und welchen Beitrag China dazu geleistet hat.

Sie stellte die 5 Kapitel vor, in denen die Standardisierungs-Strategie realisiert wird. Wichtige Handlungsfelder sind Geopolitik der Normung, Good governance, Festlegung der Prioritäten und Geschwindigkeit.

Sie informierte auch darüber, dass per 1. Juni Maive Rute mit der neu geschaffenen Position der „Chief Standardisation Officer“ betraut wurde, die eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen wird.

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Die EU-Strategie für Normung aus Sicht der Europäischen Kommission

Anfang Februar hat die EU-Kommission eine neue Standardisierungsstrategie beschlossen - diese misst der Standardisierung einen hohen Stellenwert für die Zukunft Europas bei und zielt darauf ab, die Abstimmung der unterschiedlichen Stakeholder noch zu verstärken. Etwa durch einen Koordinator in der EU-Kommission (Chief Standardization Officer), der strategisch wichtige Normungspolitiken im Blick hat.

Außerdem wurde ein gemeinsames High-Level-Forum zwischen EU-Kommission, Forschung, Zivilgesellschaft, Industrie, Mitgliedstaaten und Standardisierungsorganisationen eingerichtet. Die Task Force soll wichtige Themen für die Standardisierung frühzeitiger identifizieren. Erhoffter Effekt: positive Auswirkungen auf die Umsetzbarkeit von Normungsvorhaben und gezielteres Vorgehen bei wichtigen Themenbereichen.

Zur Person

Sophie Müller ist seit April 2022 Leiterin des Referats für Normungspolitik in der Generaldirektion GROW der Europäischen Kommission - zuständig für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmen und KMU. In dieser Funktion ist sie für den Einsatz und die Verbesserung der Normung als Instrument zur Unterstützung eines grünen, digitalen und widerstandsfähigen Binnenmarktes verantwortlich.

Sophie Müller begann ihre Karriere bei der Europäischen Kommission in der GD GROW im Jahr 2010 und war dort für Themen wie Schlüsseltechnologien und soziale Verantwortung der Unternehmen zuständig. 6,5 Jahre lang arbeitete sie in den Büros des Generaldirektors und der stellvertretenden Generaldirektoren der GD GROW und beriet zu politischen Themen wie der EU-Industriepolitik, dem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft und sektoralen Themen wie Automobil, Chemie oder Tourismus. Sie hat Abschlüsse in Politikwissenschaften und fortgeschrittenen europäischen Studien der Universitäten Bonn (DE) und Basel (CH).

Sophie Müller M.A., MAES
© Europäische Kommission

Dr. Hatto Käfer, Leiter Wirtschaftsteam, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich

Der Rechtsrahmen – aktuelle Umfrage

Dr. Hatto Käfer stellte eine erste Evaluierung der EU-Standardisierungs-Strategie vor. Ein Ergebnis war, dass bei Produktvorschriften immer häufiger von den rechtlichen Vorschriften abgewichen wurde. Dies unter anderem im Bereich der KI. Daher werden Überlegungen zur Sinnhaftigkeit einer digitalen CE-Kennzeichnung angestellt.

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Konzeption New Legislative Framework (NLF) – Sicherheit für VerbraucherInnen, Tor zu europäischen Märkten 

Das „New Legislative Framework“ fasst den Bereich der „harmonisierten Normen“ zusammen, also jener Normen, die „im Auftrag der EU“ erstellt werden. Das Prinzip: Die EU legt die grundlegenden Anforderungen fest (z. B. Reduktion von CO2), die Standards kümmern sich um die wichtigen Details (Definitionen, Messverfahren, ...). Gegenwärtig sind ca. 17 % der ÖNORMEN harmonisierte Normen. Im Rahmen der „Batterienverordnung“ ist eine Debatte neu entfacht: Bei neueren Rechtsakten (z. B. Machinery Regulation, Künstliche Intelligenz) will sich die Kommission vorbehalten, für den Fall, dass eine „harmonisierte Norm“ scheitert, selbst sogenannte „Technical Specifications“ zu erlassen. Dies wird von Standardisierungsorganisationen und Unternehmen kritisch betrachtet.

Die EU-Kommission hat im November eine Umfrage lanciert, die die „Zeitgemäßheit des New Legislative Framework“ hinterfragt. Die Konsultation lief bis 11. Jänner 2022. Austrian Standards hat dazu auch eine Stellungnahme abgegeben. Bericht zum Ergebnis und Outlook.

Zur Person

Hatto Käfer ist Leiter des Wirtschaftsteams der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. Davor war er seit 1996 in verschiedenen Positionen für die Europäische Kommission sowohl in Brüssel (Amt für Gebäude, Anlagen und Logistik; GD Kommunikation, Abteilung „Planung und Budget“), insbesondere als Leiter der Historischen Archive, als auch in Wien tätig. Am Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften in Luxemburg war er Leiter der Abteilung „Presse und Information“.

 

Dr. Hatto Käfer
© Europäische Kommission

 

Dipl.-Ing. Dr. Peter Maydl, Vorsitzender Komitee 271 „Nachhaltigkeit bei Bauwerken“ bei Austrian Standards

In der Kürze liegt die Würze

Dipl.-Ing. Dr. Peter Maydl verdeutlichte, dass das Konzept nachhaltiges Bauen längst nicht überall angekommen ist. Standards müssten kürzer, klarer und leichter verständlich werden, um effektiv genutzt werden zu können. Das Regelwerk im Bereich „Nachhaltiges Bauen“ wäre zu umfangreich, um sich einen raschen Überblick zu verschaffen.

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Green Deal - ein Paradigmenwechsel in der Baubranche steht bevor

Um den European Green Deal umsetzen zu können, ist besonders die Baubranche in der Pflicht. Aktuell entfallen in der EU rund 40 Prozent des Energieverbrauchs auf den Gebäudebestand. Sanierung statt Neubau, Wiederverwertung von Baurestmassen sowie der Umgang mit Ressourcen stehen ganz oben auf der Agenda. Für eine vollständige Betrachtung der Umweltwirkungen von Bauwerken ebenso wie der Kosten muss der gesamte Lebenszyklus eines Bauwerks betrachtet werden (Ökobilanzierung, Lebenszykluskosten).

Die Standardisierung nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Wie sieht mit der Anwendung von Standards in der Praxis aus? Welche Vorteile haben sie? Gibt es die notwendigen Standards womöglich schon und keiner kennt sie? Und: wie können alle Beteiligten ins Boot geholt werden? Auf welchem Stand die Standardisierungsarbeiten auf nationaler und europäischer Ebene sind und wo dringender Handlungsbedarf besteht, erläutert Peter Maydl, Vorsitzender des 2021 neu gegründeten Komitees 271 „Nachhaltigkeit bei Bauwerken“.

Zur Person

Peter Maydl ist Zivilingenieur für Bauwesen sowie allg. beeid. und gerichtl. zert. Sachverständiger (Baustoffe und Baustoffprüfung, Nachhaltigkeit von Bauwerken) und war bis 2014 Vorstand des Instituts für Materialprüfung und Baustofftechnologie an der TU Graz. Er befasst sich seit 30 Jahren mit Fragen des nachhaltigen Bauens in Forschung und Lehre (z. B. als Initiator des gemeinsamen Universitätslehrgangs „Nachhaltiges Bauen“ der beiden TUs in Graz und Wien). Er ist seit 17 Jahren österreichischer Delegierter zum CEN/TC 350 „Sustainability of Construction Works“ und seit 2021 Vorsitzender des neu gegründeten Komitees 271 „Nachhaltigkeit von Bauwerken“ bei Austrian Standards.

Dipl.-Ing. Dr. Peter Maydl
© Peter Maydl

Dipl.-Ing. Christian Gabriel, Leiter von OVE Standardization und stellvertretender Generalsekretär des OVE

Dipl.-Ing. Christian Gabriel sieht bei neuen Themen in der Standardisierung einen starken Handlungsbedarf. Asiatische Firmen sind bei Zukunftstechnologien stärker vertreten als europäische. Mit dem wachsenden Einfluss müsse Europa mithalten und sich dafür rüsten. Ein Schlüssel dafür ist die Nachwuchsförderung.

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OVE – Best practices in der Skalierung von Standards und Normungsaktivitäten

Prognosen zu Zukunftstrends zeigen: unsere Lebens- und Produktionsbereiche wandeln sich. Wo „Smarte Technologien“ – egal, ob Smart Cities, Smart Homes, Smart Farming, Smart Manufacturing, Smart Cars oder Smart Weather Forecasting – zum Einsatz kommen, braucht es Standards. Im Vordergrund steht dabei die Vernetzung unterschiedlicher Objekte; möglich gemacht wird diese insbesondere durch den massiven Ausbau des Internet der Dinge (IoT), der 5G-Netzwerke, der KI-getriebenen Automation sowie der digitalen Plattformen und Ökosysteme.

Energietechnik, Informationstechnik, Mikroelektronik, Robotik und Mess- und Automatisierungstechnik: Das sind die 5 Topthemen, mit denen sich der Österreichische Verband für Elektrotechnik, kurz OVE, aktuell auseinandersetzt. Um in diesen Bereichen als Unternehmen zu reüssieren, ist internationale Skalierung unabdingbar.

Christian Gabriel gibt Einblicke, wie die internationale Abstimmung zu elektrotechnischen Standards erfolgt, wie Diversität und Next Gen in diesem Bereich gefördert werden, zu welchen Themen sich Österreich besonders intensiv einbringt und nach welchen Kriterien der OVE inhaltliche Schwerpunkte setzt.

Zur Person

Der gebürtige Oberösterreicher Christian Gabriel leitet seit 2004 die Normungsabteilung im OVE. Er vertritt die österreichischen Interessen in der elektrotechnischen Normung seit vielen Jahren auch auf europäischer und internationaler Ebene. Seit 2019 ist Gabriel Mitglied des Standardization Management Boards der IEC. Die besondere Bedeutung der Normung vermittelt er auch als Universitätslektor, Gerichtssachverständiger und Berater.

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Dipl.-Ing. Christian Gabriel
© OVE/Christian Fürthner

Dipl.-Ing. Daniel Herbst, Technische Universität Graz, Institut für Elektrische Anlagen und Netze

Die Jugend an Bord holen

Dipl.-Ing. Daniel Herbst brachte ein Stimmungsbild aus dem universitären Bereich. Junge TechnikerInnen hätten ein eher negatives Bild von der Standardisierung. Sie wird als uninteressant, verstaubt und veraltet und für die eigenen Interessen als irrelevant angesehen. Es wäre von großer Wichtigkeit, Programme und Angebote zu entwickeln, die sich danach richten, die Jugend in den Standardisierungsprozess mit einzubeziehen.

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Young Professionals und die Zukunft der Standardisierung

Klimakrise, Krieg in der Ukraine, soziale Ungerechtigkeit ... die so genannten Young Professionals müssen sich mit vielen, herausfordernden Zukunftsthemen auseinandersetzen. Folglich sind sie auffällig politisch aktiver, engagierter und sozialer als die vorhergehende Generation. Die facettenreichen Meinungen, Sichtweisen, Wissen und Kreativität der Young Professionals bergen ein großes Potenzial. Mitwirkung an der Standardisierungsarbeit heißt Zukunft gestalten.

Welche Instrumente und Angebote müssen wir der nächsten Generation bieten, um ihr die Welt der Standardisierung zu erschließen? Welche Hebel müssen wir in Forschung und Bildung in Bewegung setzen, um das Bewusstsein für die Chancen der Standardisierung in der nächsten Generation zu wecken und Lust auf Mitgestaltung zu wecken? Welche Rahmenbedingungen müssen wir schaffen?

Diese und weitere spannende Fragen möchten wir in unserem Expert Talk „Young Professionals und die Zukunft der Standardisierung“, geführt von Daniel Herbst, mit Ihnen gemeinsam beleuchten.

Zur Person

Daniel Herbst studierte Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik an der TU Graz und war fünf Jahre im Team eines Elektroingenieurbüros in den Bereichen Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung tätig. Im Rahmen seiner aktuellen Tätigkeit am Institut für Elektrische Anlagen und Netze der TU Graz beschäftigt er sich u.a. mit den Themenbereichen Niederspannung, Schutzmaßnahmen, Normung (OVE TSK E06/07/08, AG Ladestationen, etc.) und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

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Dipl.-Ing. Daniel Herbst
© TU Graz

Dr. Michaela Radl, Sales And Marketing Specialist, Purency; ISO Austrian Delegate

Dr. Michaela Radl (Living-Standards-Award-Preisträger) erläuterte, warum sich Purency in der internationalen Standardisierung engagiert. Das Wiener Unternehmen ermöglicht Laboratorien mit Hilfe von Machine Learning eine skalierbare Analyse von Mikroplastik. Standards helfen hier, standardisierte Arbeitsabläufe zu definieren, um zuverlässige, reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten.

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Österreichs Unternehmen - innovativ und erfolgreich mit Standards

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft: 99,6 % aller Unternehmen sind KMU. Die EU-Normungsstrategie unterstützt explizit ein Normungssystem, das KMU eine Stimme garantiert. Über die Hälfte – genau 50,87 % aller Unternehmen und Organisationen, die Teilnehmende in Komitees und Arbeitsgruppen von Austrian Standards entsenden, sind KMU.

Wie österreichische Unternehmen durch Entwicklung und Anwendung von Standards erfolgreich sind, präsentieren zwei Preisträger des Living Standards Award: Michaela Radl vom Wiener Start-up purency erläutert, wie Mikroplastik mithilfe von Machine Learning messbar gemacht wird, Markus Dielacher von der Grazer BDI-BioEnergy International berichtet, wie die Qualitätskontrolle von Algenöl für Kunden sichergestellt wird.

Zur Person

Michaela Radl
Die gebürtige Klagenfurterin studierte bis 2011 an der Karl-Franzens-Universität in Graz und erlangte Bachelor und Master in Geowissenschaften. Anschließend forschte sie im Rahmen des Doktorats bis 2017 an der Queen Mary University of London. Ausbildung zur Internationalisierungsassistentin während der Arbeit bei WebMediaSolutions in Klagenfurt. Seit Dezember 2021 unterstützt sie das Purency Team beim Vertrieb der Mikroplastics Finders Software.

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Dr. Michaela Radl
© Purency GmbH

Dipl.-Ing. Markus Dielacher, CEO BDI-BioEnergy International GmbH

Dipl.-Ing. Markus Dielacher (Living-Standards-Award-Preisträger) berichtet darüber, dass sein Unternehmen ein Verfahren zum chemischen Recycling entwickelt hat, mit dem aus alten Produkten neue gewonnen und recycelte Produkte als Kunststoff verarbeitet werden können. Da es noch keinen Standard für das Verfahren gibt, fällt die Klassifizierung des Produktes schwer. Diese Unklarheit führt dazu, dass die Genehmigung und der Verkauf dieser Produkte nur schwer durchzusetzen sind.

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Österreichs Unternehmen - innovativ und erfolgreich mit Standards

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft: 99,6 % aller Unternehmen sind KMU. Die EU-Normungsstrategie unterstützt explizit ein Normungssystem, das KMU eine Stimme garantiert. Über die Hälfte – genau 50,87 % aller Unternehmen und Organisationen, die Teilnehmende in Komitees und Arbeitsgruppen von Austrian Standards entsenden, sind KMU.

Wie österreichische Unternehmen durch Entwicklung und Anwendung von Standards erfolgreich sind, präsentieren zwei Preisträger des Living Standards Award: Michaela Radl vom Wiener Start-up purency erläutert, wie Mikroplastik mithilfe von Machine Learning messbar gemacht wird, Markus Dielacher von der Grazer BDI-BioEnergy International berichtet, wie die Qualitätskontrolle von Algenöl für Kunden sichergestellt wird.

Zur Person

Markus Dielacher
Seit mehr als 20 Jahren prägt Markus Dielacher die Entwicklung von nachhaltigen Technologien in der BDI-BioEnergy International entscheidend mit. Als CEO ist er seit 2018 für die strategische Weiterentwicklung und den Erfolg des Unternehmens verantwortlich.

Markus Dielacher
© BDI-BioEnergy International GmbH

Heinz Kogler, MBA, Koordinator des Enterprise Europe Network Austria, Wirtschaftskammer Österreich, Leiter-Stellvertreter der Abt. Europapolitik (WKÖ)

Heinz Kogler, MBA bot einen Einblick in das Enterprise Europe Network, das Unternehmen dabei unterstützt, Standards richtig zu nutzen – dabei geht es um Produktkonformität, Produktsicherheit und Normensuche.

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Österreichs Unternehmen - innovativ und erfolgreich mit Standards

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft: 99,6 % aller Unternehmen sind KMU. Die EU-Normungsstrategie unterstützt explizit ein Normungssystem, das KMU eine Stimme garantiert. Über die Hälfte – genau 50,87 % aller Unternehmen und Organisationen, die Teilnehmende in Komitees und Arbeitsgruppen von Austrian Standards entsenden, sind KMU.

Heinz Kogler vom Enterprise Europe Network gibt Einblick in die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten bei Fragen zur Internationalisierung und bei der Suche nach Kooperationspartnern. Die Aktivitäten des EEN – Austria werden von der EU-Kommission, dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und den Regierungen der Bundesländer gefördert.

Zur Person

Heinz Kogler
Heinz Kogler ist Referent der Abteilung Europapolitik der WKÖ und Leiter des Enterprise Europe Network in Österreich. Er ist spezialisiert auf KMU-Beratungsdienste in Fragen des Binnenmarktes, der CE-Kennzeichnung, der EU-Finanzprogramme und der Instrumente der Unternehmenskooperation.

Heinz_Kogler_Portrait

Heinz Kogler, MBA
© EEN

Dr. Betty Xu, Director, Seconded European Standardization Expert in China (SESEC) at CEN, CENELEC, ETSI, EC and EFTA funded project

Chinas Normungsstrategie

Dr. Betty Xu stellte die chinesische Standardisierungs-Strategie und ihre geopolitische Umsetzung vor. Die Entwicklung von Standards zwischen 2025 und 2035 wird genau beobachtet, um zu sehen, welche Systeme Chinas Politik am besten unterstützen können. Das Hauptziel der Strategie ist die Verwendung von Standards, um High-Tech-Innovationen voranzutreiben. Es gibt viele neue Faktoren und Entwicklungen, wie China Standards als politische Macht einsetzt oder sie als Werkzeug zur Erfüllung einiger politischer Zwecke verwendet.

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China – Geopolitical power through standards

The government of China has a standards law that motivates and supports science and companies to actively participate in international standardization work. China is providing significant strategic impetus here and has been increasingly involved in international rule-setters such as ISO (International Standardization Organization), IEC (International Electrotechnical Commission) and ITU (International Telecommunication Union) for several years. At ISO alone, the number of Chinese technical committees has doubled in the last eleven years.

Betty Xu teaches you in the digital expert talk session „China - geopolitical power through standards?“ exciting insights into China's strategy for technology leadership, the Belt and Road Initiative and standard-essential patents and their impact on the European economic area.

About the person

Betty Xu took the position as Seconded European Standardization Expert, SESEC, in China in Sept 2014. SESEC is a project co-funded by European Commission, EFTA, three official European SDOs (CEN, CENELEC and ETSI). The purpose of the project is to support EU-China co-operation in standardization.

Betty Xu was born in China and got her Bachelor’s and Master’s Degree in Shandong University of China, majored in Electrical Engineering. She then got her Doctor’s Degree in Electrical Engineering at The University of Queensland of Australia in 2006. 

Betty Xu has more than 10 years’ experience in industry, first as the software/hardware developer in an IT/Automation Company (from 2000-2002), R&D leader in a big household appliance company (2006-2008), then as Standardization Director in a giant European electrical equipment manufacturer (2008-2013). Dr. Betty Xu migrated to Australia and had been working for Standards Australia from 2013-2014.

Betty_Xu_Portrait

Dr. Betty Xu
© Dr. Betty Xu

Am 2. Februar 2022 hat die EU-Kommission ihre neue Standardisierungsstrategie vorgestellt. Sie setzt auf intensivere Zusammenarbeit, mehr Tempo und einen klaren Fokus bei der Entwicklung von Standards.

Das Ziel: Normen zu einem zentralen Element eines resilienten, grünen und digitalen EU-Binnenmarktes zu machen und die Rolle des europäischen Standardisierungssystems zu stärken.

  • Wie geht es nun weiter?
  • Was bedeutet das für Österreichs Wirtschaft?
  • Welche politischen Ziele sind mit der EU-Standardisierungsstrategie verknüpft?
  • Welche Rolle spielen Standards beim Erreichen der Klimaziele?
  • Welche Auswirkungen hat das auf die Standardisierungsarbeit?
  • Und woher kommen die ExpertInnen für die Zukunftsthemen?

Bei unseren Expert Talks am 9. Juni 2022 informierten wir Sie aus erster Hand über Europas Weg und beleuchteten verschiedene Aspekte der Auswirkungen auf Österreich.
 
Ein rasches Durchstarten zur Bewältigung der drängendsten Herausforderungen ist notwendig. Dazu braucht es einen Schulterschluss von Stakeholdern über den bisherigen Status hinaus. Und einen gemeinsamen strategischen Blick in die Zukunft: Es fehlt Nachwuchs bei Standardisierungs-ExpertInnen in den wichtigen Technologiebranchen.

Den Bericht finden Sie unter dem Reiter „Nachlese“.
Details zu den Programmpunkten finden Sie unter dem Reiter „Speaker & Expert Talks“.

 

Das Programm

  9:00 Uhr Begrüßung
                  Dr. Valerie Höllinger, MBA, MBL, Austrian Standards, und Dipl.-Ing. Christian Gabriel, OVE

  9:15 Uhr Die EU-Strategie für die Normung aus Sicht des BMDW
                  Mag. Georg Konetzky, Sektionschef, Sektion Nationale Marktstrategien, BMDW

  9:30 Uhr Die EU-Strategie für Normung aus Sicht der Europäischen Kommission
                  Sophie Müller M.A., MAES, Head of Unit, Standards Policy, DG GROW, EU-Kommission

10:00 Uhr Kaffeepause

Parallel Sessions

10:15 Uhr Konzeption New Legislative Framework (NLF) – Sicherheit für VerbraucherInnen, Tor zu europäischen Märkten
                  Dr. Hatto Käfer, Leiter Wirtschaftsteam, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich

10:15 Uhr Young Professionals und die Zukunft der Standardisierung
                  Dipl.-Ing. Daniel Herbst, Technische Universität Graz, Institut für Elektrische Anlagen und Netze

10:45 Uhr kurze Pause

10:50 Uhr OVE – Best practices in der Skalierung von Standards und Normungsaktivitäten
                  Dipl.-Ing. Christian Gabriel, Leiter von OVE Standardization und stellvertretender Generalsekretär des OVE

10:50 Uhr Green Deal - ein Paradigmenwechsel in der Baubranche steht bevor
                  Dipl.-Ing. Dr. Peter Maydl, Vorsitzender Komitee 271 „Nachhaltigkeit bei Bauwerken“ bei Austrian Standards

11:20 Uhr kurze Pause

11:25 Uhr Österreichs Unternehmen - innovativ und erfolgreich mit Standards
                  Dr. Michaela Radl, Sales and Marketing Specialist, Purency, ISO Austrian Delegate
                  Dipl.-Ing. Markus Dielacher, CEO BDI-BioEnergy International GmbH
                  Heinz Kogler, MBA, Koordinator des Enterprise Europe Network Austria, Wirtschaftskammer Österreich, Leiter-Stellvertreter der Abt. Europapolitik (WKÖ)

11:25 Uhr China – Geopolitical power through standards
                  Dr. Betty Xu, Director, Seconded European Standardization Expert in China (SESEC) at CEN, CENELEC, ETSI, EC and EFTA funded project

12:05 Uhr Ende der Expert Talks - Networking Buffet

 

Weiterführende Informationen zur EU-Standardisierungsstrategie:

Auf der Webseite der Europäischen Kommission

CEN/CENELEC-Pressemeldung

Austrian Standards Pressemeldung

 

Regina Slameczka, Public Relations & Media

Regina Slameczka

Public Relations & Media