MAM Babyschnuller

„Das Ziel ist, zu wissen, was man nicht weiß!“

Baby mit Schnuller

Anfang Juli 2013 erschien die Neufassung der "Schnuller"-Norm EN 1400. Als Vorsitzender des Komitees war Peter W. Röhrig maßgeblich für das Regelwerk verantwortlich. Der Geschäftsführer des Wiener Babyartikel-Unternehmens MAM über Normen, Chancen und Herausforderungen.

1976 setzte sich Peter W. Röhrig das Ziel, medizinische Kompetenz, optimale Funktion und gutes Design in hochwertigen Babyprodukten zu vereinen. 35 Jahre danach ist MAM heute die führende Design-Marke in der Babypflege. Rund um den Globus entscheiden sich anspruchsvolle Eltern für Produkte von MAM – mehr als 50 Millionen Mal pro Jahr. Diese unternehmerische Erfolgsgeschichte hat viel mit dem Thema Normung zu tun, erklärt der MAM-Gründer: "Sicherheit ist bei Babyprodukten essentiell – nur das Allerbeste darf hier gut genug sein, denn es geht um das Wichtigste, das wir haben – um unsere Kinder. Beim Thema Sicherheit sind Normen von großer Bedeutung, denn sie legen die grundlegenden Anforderungen fest. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir frühzeitig begonnen, uns in der Normung zu engagieren."

Laut Definition dienen Schnuller dazu "das nicht der Nahrungsaufnahme dienende Saugbedürfnis von Kindern zu stillen und sie zu beruhigen". Diese profane Beschreibung wird den veritablen High-Tech-Produkten, die Schnuller heute sind, kaum gerecht. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kieferorthopädie und Zahnmedizin entscheiden heute über Formgebung und Materialeigenschaften der Sauger, klinische Studien und der Erfahrungsaustausch internationaler Experten sichern das Wissen ab.

MAM Schnuller boy

Hohe Fachkompetenz, innovatives Design

MAM-Produkte entstehen in enger Zusammenarbeit mit Experten aus Medizin und Forschung, ein gutes Produktdesign stellt stilistisch und funktional höchste Ansprüche zufrieden. Zahlreiche Auszeichnungen (Mother & Baby Award, Parents Best of Best Award, Universal Design Award, IF Product Design Award, red dot-Design Award, Adolf Loos Design Award, u.v.a.) bestätigen die hohe Qualität der Produkte. Und stehen damit in bester Tradition – wurde doch schon das Design des ersten MAM-Schnullers an der Wiener Universität für Angewandte Kunst entwickelt. 

"Pionier" in der Normung

Als bei Austrian Standards – damals noch als Österreichisches Normungsinstitut – Ende der 1980er Jahre ein nationaler Standard für Schnuller initiiert wurde, war MAM als eines der ersten Unternehmen dabei. Nach der erfolgreichen Entwicklung der nationalen Norm engagierten sich österreichische Vertreter für einen Europäischen Standard, der schließlich 2002 als EN 1400 "Artikel für Säuglinge und Kleinkinder - Schnuller für Säuglinge und Kleinkinder - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren" das Licht der Welt erblickte.

Peter W. Röhrig

MAM-Geschäftsführer Peter W. Röhrig ist seit vielen Jahren Vorsitzender der zuständigen europäischen Arbeitsgruppe CEN/TC 252/WG 5 "Feeding, drinking, sucking and similar functions": "Es war damals nicht einfach, eine gemeinsame Linie zu finden. Auf europäischer Ebene gab es viele unterschiedliche Philosophien, und einige Länder haben großen Wert auf Detailfragen gelegt. Unsere Aufgabe im Komitee war es, eine Balance zwischen den verschiedenen Zugängen sowie chemischen und mechanischen Anforderungen zu finden. Damals gab es ja noch keine EFSA (European Food Safety Authority / Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), an deren Empfehlungen wir uns heute orientieren können. Aber wir haben eine sehr brauchbare Grundlage geschaffen. Mit der jetzt abgeschlossenen Überarbeitung haben wir einmal mehr aktuelle Erkenntnisse in die EN 1400 einfließen lassen, sie also wieder zum 'State of the Art' gemacht."

Vorsprung dank "Nicht-Wissen"

Sein Engagement hat ihm zahlreiche Vorteile gebracht, sagt der MAM-Gründer: "Bei der Produktentwicklung ist es immer wichtig zu wissen, wo es Probleme geben kann. Die Arbeit in der Normung war für mich sehr hilfreich dabei, herauszufinden, was wir nicht wussten. Durch den internationalen Austausch im Normungsgremium ist mir klar geworden, was alles schief gehen kann, und wir konnten das bei der Entwicklung berücksichtigen. Das ist eine eminent wichtige Erkenntnis, die viel zu wenig vermittelt wird: Dass es nicht darum geht, Wissen anzuhäufen, sondern darum, zu wissen, was man nicht weiß. Denn das führt letztlich zu den richtigen Fragen."

Praktische Anwendung

Wie sich ein solches "Wissen um das Nicht-Wissen" praktisch anwenden lässt, hat Peter W. Röhrig bei seinem Top-Produkt, dem MAM-Schnuller, gezeigt. Unfallstatistiken aus den USA wiesen pro Jahr drei bis vier Todesfälle aus, bei denen sich Babys mit einer durch den Ring ihres Schnullers gezogenen Schnur stranguliert hatten – oft unter Fremdbeaufsichtigung. Peter W. Röhrig: "Nachdem wir von dieser Gefahr wussten, überlegten wir, wie man sie ausschalten konnte. Warnhinweise auf der Verpackung erreichen die intendierten Zielpersonen nicht und Hinweise "on product" sind aus Platzgründen nicht möglich. Deshalb haben wir uns entschieden, den Ring ganz wegzulassen. Denn wenn der Ring weg ist, ist auch die Idee, ihn anzuhängen weg und damit die potentielle Gefährdung für das Baby. Aus diesem guten Grund haben MAM-Schnuller keinen Ring."

Normung ist auch Wissenstransfer. Der Zugang zu Wissen und Studien steigert die Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Oder, wie es Peter W. Röhrig ausdrückt: "Wer sich an der Normung beteiligt, hat zahlreiche Vorteile im Wettbewerb."

MAM Schnuller

Die MAM BABYARTIKEL GesmbH mit Sitz in Wien-Ottakring ist Teil der MAM/BAMED Gruppe, die weltweit rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Unternehmensgruppe verkauft jährlich weltweit rund 50 Millionen ihrer Premium-Produkte und ist im Schnuller-Segment in vielen Ländern Marktführer (Österreich, USA, Schweden, Frankreich, u.v.m.).

Neben Schnullern umfasst die Produktpalette Stillhilfsmittel, Flaschen, Becher, Esslernprodukte, Beißringe, Mundhygieneprodukte und Accessoires. MAM verfügt über 61 Gestaltungs- und Technologiepatente, 273 Designpatente und 8 Gebrauchsmuster und wirkt in acht internationalen Wissenschafts- und Standardisierungsausschüssen mit.

Autor: Herbert Hirner

PR-ID: 0656-2013-07-20 / MAM_schnuller