Corporate Social Responsibility

Unternehmerisches Handeln bedeutet für Organisationen nicht nur, ökonomisch erfolgreich zu sein, sondern das jeweilige Kerngeschäft auch umweltverträglich sowie ethisch und sozial verantwortlich zu betreiben. Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt diese nachhaltige Art des Wirtschaftens zum Wohl der Gesellschaft.

1. Hintergrund

Unternehmen und Organisationen werden zunehmend danach beurteilt, was sie für die Gesellschaft leisten und welche Auswirkungen ihre Tätigkeit auf die Umwelt hat.

Die Heranziehung dieser Kriterien wirkt sich nicht nur auf Reputation und Wettbewerbsfähigkeit aus. Die gesellschaftliche Verantwortung, die Organisationen wahrnehmen, beeinflusst auch die Einschätzung durch Kapitalgeber, die Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Medien sowie Arbeitsmoral, Einsatz und Produktivität der Mitarbeiter.

Obwohl Corporate Social Responsibility (CSR) als freiwilliger Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung über die gesetzlichen Forderungen (Compliance) hinausgeht, wird diese Form der gesellschaftlichen Verantwortung zunehmend vorausgesetzt.

2. Organisatorisches

Die Europäische Kommission hat 2011 eine Strategie zur sozialen Verantwortung der Unternehmen veröffentlicht, um durch die Förderung von Corporate Social Responsibility günstige Bedingungen für nachhaltiges Wachstum, verantwortungsvolles Wirtschaften sowie lang- und mittelfristig sichere Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Kommission hat Unternehmen aufgefordert, bei der Entwicklung ihres CSR-Ansatzes eines von drei Regelwerken als Leitlinie heranzuziehen:

  • Die ISO-Norm 26000 Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung,
  • den globalen Pakt der Vereinten Nationen oder
  • die OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen.

3. Stand der Normung

Der "Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung" wurde Ende 2010 als Internationale Norm ISO 26000 veröffentlicht und mit 1. Jänner 2011 als ONR in deutscher Sprache publiziert.

Das Regelwerk beschreibt die Prinzipien, Themen und Handlungsfelder gesellschaftlicher Verantwortung und gibt Hinweise, wie CSR in bestehende Strategien, Prozesse und Systeme integriert werden kann. Zentrale Themen sind dabei Organisationsführung, Arbeitspraktiken, Menschenrechte, Umwelt, Konsumentenfragen und die Entwicklung des Umfelds.

Austrian Standards hat mit der ONR ISO 192500 Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR) ein praxisgerechtes Normdokument für die Umsetzung der ISO 26000 herausgegeben. Damit lassen sich Grundsätze und Leitlinien der ISO 26000 umfassend in das Management von Unternehmen, aber auch von NGO und anderen nicht profitorientierten Organisationen integrieren. Zudem lässt sich damit die Einhaltung gegenüber Dritten durch eine entsprechende Zertifizierung nachweisen.

Um das Konzept gesellschaftlicher Verantwortung wirkungsvoll umsetzen zu können, hat Austrian Standards zudem eine spezielle Norm mit Anforderungen und Empfehlungen für Beratungsdienstleistungen zum Thema erstellt.

4. Bibliografie

ONR ISO 26000 Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung
ONR 192500 Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR)
ÖNORM S 2502 Beratungsdienstleistung zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen