Julius Blum

Bei Julius Blum dreht sich alles um die richtige Bewegung. Der Hersteller von Beschlägen macht das Öffnen und Schließen von Möbeln zum Erlebnis. Am internationalen Erfolg, der im vorarlbergischen Höchst begann, ist auch der effektive Einsatz von Normen beteiligt.

5 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mehr als 1,2 Milliarden Euro Umsatz, 27 Tochterunternehmen, zehn Produktionsstandorte. Das ist die Firma Julius Blum in Zahlen.

Mit innovativen Lösungen und dem Streben nach Perfektion etablierte sich das 1952 gegründete Unternehmen als führender Hersteller von Möbelfunktionsbeschlägen. Seine hochwertigen Klappen-, Scharnier- und Auszugsysteme erhöhen den Bewegungskomfort bei Türen und Laden in Küchen, Bädern und im Wohnbereich. Die Produkte überzeugen mit durchdachter Funktion, anerkanntem Design und langer Lebensdauer.

Normen ermöglichen Marktzugang

Blum Küchenbeschläge
Credit: www.blum.com/at

Blum steht für Bewegung. Dementsprechend wird in Österreich, Polen, Brasilien und den USA produziert und in mehr als 100 Länder rund um den Globus geliefert. Wer so global denkt und agiert, für den ist die Verwendung von Standards essentiell.

"Auf europäischer und internationaler Ebene geht heutzutage ohne Normen gar nichts mehr. Von Projekt-Ausschreibungen bis hin zu Qualitäts-Zertifikaten für unsere Produkte. Ohne Normen wäre ein Marktzugang enorm schwierig, in vielen Fällen sogar unmöglich", betont Jochen Lubetz, Leiter der Qualitätstechnik, bei Julius Blum im Interview.

Die Produktentwicklung erfolgt zentral in der Technik des Stammwerks in Höchst. Von hier aus werden alle relevanten Qualitätsvorschriften für die weltweiten Fertigungsstätten vorgegeben und koordiniert – und die Ergebnisse kontrolliert.

Zertifizierung war im Haus bereits früh ein wichtiges Thema: So ist das Qualitätsmanagementsystem von Blum seit mehr als 20 Jahren nach ISO 9001 zertifiziert. Und bereits vor 15 Jahren erhielt das Unternehmen die Umwelt-Zertifizierung nach ISO 14001.

Engagement in der Normung

Innovationen von Blum gelten als Meilensteine im Möbelbau. Um seinen Erfindungen – aktuell hält das Unternehmen mehr als tausend Patente – zum Erfolg zu verhelfen, arbeitet Blum nicht nur mit namhaften Prüfeinrichtungen zusammen, sondern engagiert sich seit vielen Jahren in der Normung.

Qualitätsexperte Lubetz: "Die Normungsarbeit bietet uns die Chance, frühzeitig auf Entwicklungen zu reagieren, diese aktiv mitzugestalten und so unsere Interessen zu wahren."

Ladenelement
Credit: www.blum.com/at

"Das sei für ein weltweit tätiges Unternehmen von besonderer Bedeutung", wie Reinhard Mäser, von 1987 bis Ende 2011 verantwortlich für die Produktentwicklung bei Blum, ergänzt: "Der Übergang von der nationalen zur Europäischen Normung war schlicht ein Segen."

Aus seiner Erfahrung – er war über Jahrzehnte bis zu seiner Pensionierung im Komitee 072 "Möbel" von Austrian Standards aktiv – bewirkte die Harmonisierung eine "einheitliche Sprache". Dementsprechend arbeiten Experten von Blum nicht nur in den zuständigen Komitees von Austrian Standards mit, sondern vertreten Österreich auch in den relevanten Arbeitsgruppen des Europäischen Komitees für Normung CEN.

Bei seinen Beschlägesystemen strebt Blum nach perfekter Bewegung beim Öffnen und Schließen. Normen sind für das Unternehmen dabei ein Mindestanspruch, der in vielen Fällen als Messlatte dient und die kontinuierliche Verbesserung der Produkte unterstützt.

So können Normen als Triebfeder für Innovationen wirken und die Differenzierung vom Mitbewerb ermöglichen. Denn innovative Unternehmen, wie der Vorarlberger Beschlägespezialist Blum, wissen um die faktische Kraft des Normativen. Und machen sich diese erfolgreich zu nutze.

Herbert Hirner