Spaß und Sicherheit beim Grillen

Wie der Besuch von Schanigärten oder der Tag im Schwimmbad gehört - zumindest für Garten- und Terrassenbesitzer - das Grillen zu den fixen sommerlichen Vergnügungen. Für ein Mehr an Sicherheit sorgt eine Reihe Europäischer Normen.

Grillen
Credit: AS prm / stern

Sommer, Sonne, Ferien. Untrennbar verbunden mit dieser Jahreszeit ist auch das Grillen. Die direkte Zubereitung von Speisen am offenen Feuer hat offenbar auch im Zeitalter von Hightech-Küchen ihren besonderen Reiz nicht verloren. Vielleicht spielt auch in gewisser Weise das Zähmen der Naturgewalt des Feuers eine gewisse Rolle. Wie auch immer: Das Hantieren mit Steaks über der glühenden Kohle, das Wenden von duftenden Koteletts und Bratwürsten mit Zange und Gabel ist nicht ganz ungefährlich: Rund 1000 Personen verletzen sich jedes Jahr beim Hantieren am Griller, und für etliche von ihnen endet der Spaß nicht am Esstisch, sondern in der Notaufnahme des Krankenhauses, wobei mehr als 60 Prozent der Opfer Männer sind.

Sicherheit ist also gefragt. Und wie bei vielen sicherheitsrelevanten Themen ist auch hier die Normung ein geeignetes Instrument, um Gefahren so weit wie möglich auszuschalten oder zu minimieren. Grundlage für die sichere Konstruktion von Grillgeräten ist ÖNORM EN 1860 "Geräte, feste Brennstoffe und Anzündhilfen zum Grillen". Ihr Teil 1 enthält Anforderungen und Prüfverfahren für Grillgeräte für feste Brennstoffe.
Per (Norm-)Definition ist ein Grillgerät ein "für die Anwendung im Freien vorgesehenes Gerät zum Garen durch Strahlungs- und gegebenenfalls Konvektionswärme, das mindestens aus einem Brennstoffbehälter und einem Grillrost und/oder einem drehbaren Spieß besteht".

Sicherheitsanforderungen

Die zahlreichen Anforderungen, die durch Prüfverfahren nachzuweisen sind, betreffen u. a. Gestell, Handgriffe oder Griffvorrichtungen, Motor, Beschichtung und Bestandteile, wie Grillrost, Grillspieß, Brennstoffbehälter, Soßen- oder Tropfschale.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Standsicherheit gelegt: Bewegliche Griller dürfen, auch wenn sie auf einer um zehn Grad geneigten Fläche aufgestellt und befüllt sind, nicht kippen. Ein ortsfester Griller muss beim genormten Prüfverfahren dem Aufprall eines mit Sand gefüllten Sacks aus 1 m Entfernung in einer Höhe von 1,3 m standhalten, wobei der Sack ein Gewicht von zehn Prozent des Grillers hat.

Besondere Aufmerksamkeit wird auf Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung gelegt. Folgende Warnhinweise müssen dauerhaft lesbar angebracht sein:

  • ACHTUNG! Dieses Grillgerät wird sehr heiß und darf während des Betriebes nicht bewegt werden!
  • Nicht in geschlossenen Räumen benutzen!
  • VORSICHT! Zum Anzünden oder Wiederanzünden keinen Spiritus, Benzin oder vergleichbare Flüssigkeit verwenden!
  • ACHTUNG! Kinder und Haustiere fernhalten!
Holzkohlengriller
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Neben dem Grillgerät selbst behandelt die ÖNORM EN 1860 im Teil 2 auch Anforderungen und Prüfverfahren für Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts sowie für Anzündhilfen im Teil 3 der ÖNORM EN 1860. In der ÖNORM EN 1860-4 sind Sicherheitsanforderungen für Einweggrills (Grillgeräte für Einmalanwendungen) festgelegt.

Womit - von technischer Seite - einem erfolgreichen und gemütlichen Grillabend im Garten oder auf der Terrasse nichts im Wege steht. Und mit der nötigen Vorsicht - die sich durch die beste Norm nicht ersetzen lässt - sollte auch nichts Unvorhergesehenes passieren.

Autor: Johannes Stern

Bibliographie

ÖNORM EN 1860 Geräte, feste Brennstoffe und Anzündhilfen zum Grillen
Teil 1: Grillgeräte für feste Brennstoffe - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 2: Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 3: Anzündhilfen für Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 4: Grillgeräte für Einmalanwendung (Einweggrills) bei der Verwendung fester Brennstoffe - Anforderungen und Prüfverfahren