Sonne – lebensnotwendig, aber gefährlich

In den Sand gezeichnete Sonne

Menschen haben von Natur aus ein Bedürfnis nach Licht und Sonne. Bei schönem Wetter strömen viele ins Freie, um spazieren zu gehen, Sport zu treiben, in Schanigärten zu sitzen oder in Freibädern zu planschen. Sonnenstrahlen haben einen positiven Einfluss auf unseren Körper - die Haut bildet Vitamin D, das für den Kalzium- und Phosphathaushalt wichtig ist, und das Immunsystem regeneriert sich, was sich auf das allgemeine Wohlbefinden positiv auswirkt.

Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Sonne - im Übermaß genossen - schädlich ist. Sonnenstrahlen setzen sich aus wärmespendender Infrarot-Strahlung (IR), sichtbarer Strahlung (Licht) und ultravioletter Strahlung (UV) zusammen. Zwar machen die UV-Strahlen nur sechs Prozent der auf der Erde auftreffenden Sonnenstrahlung aus, aber das ist genug, um die Haut zu belasten.

Notwehr der Haut

Auf den Rücken mit Sonnencreme gezeichnete Sonne

Sonnenstrahlen auf ungeschützter Haut verursachen leicht einen Sonnenbrand. Dieser ist oft sehr schmerzhaft und begünstigt eine schnelle Zellalterung und die Bildung von Melanomen. Bräune ist nichts anderes als ein "Gewöhnungseffekt" - die Haut schützt sich bis zu einem gewissen Grad, indem sie mehr braunes Pigment Melanin bildet.

Für die kurzfristige Bräunung der Haut und auch für Alterung und Faltenbildung ist das UV-A verantwortlich (Wellenlänge 320-400 nm), für die länger anhaltende Bräunung und den Sonnenbrand das UV-B (280-320 nm). Das noch kurzwelligere UV-C kommt durch die Atmosphäre nicht mehr durch.

Seit den Zeiten, als tiefbraune Haut als besonders gesund und begehrenswert galt, hat sich nach Berichten über Ozonloch und steigende Hautkrebsraten einiges geändert. Vernünftige Urlauber halten sich an die Tipps für den Aufenthalt in der Sonne, wie sie in südlichen Ländern immer schon eingehalten werden – im Schatten bleiben und die Mittagszeit meiden.

Der beste Schutz ist, den Körper zu bedecken, zum leichteren Merken gibt es die 4-H-Regel: Hut, Hose, Hemd, Hoher Lichtschutzfaktor.

Luftige Kleidung schützt

Luftige Kleidung im Sommer

Wie gut die Kleidung vor den UV-Strahlen schützt, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind die chemische Natur der Faser (Baumwolle, Seide, Polyester), die Webart und die Farbe des Textils. Je dichter ein Stoff gewebt ist und je dunkler seine Farben sind, umso besser ist sein UV-Schutz.

Baumwolle lässt etwa sechs Prozent des Lichts durch, in nassem Zustand sogar 20 Prozent. Bestimmte Textilien werden durch spezielle Ausrüstung verbessert. Dabei werden entweder chemische Filtersubstanzen oder Pigmente wie Titandioxid in die Faser eingearbeitet.

Viele Hersteller sind dazu übergegangen, speziell die Sommermode mit Sonnenschutzfaktoren SPF bzw. speziell für Textilien mit "Ultraviolet protection factor" UPF auszuzeichnen.

Geprüfte UV-Dichte

Ein Verfahren zur Bestimmung der Durchlässigkeit der hinsichtlich Erythem*) gewichteten ultravioletten Strahlung für Bekleidungstextilien, um so ihre Schutzeigenschaften festzustellen, beschreibt Teil 1 der ÖNORM EN 13758.

Dabei wird der gesamte spektrale Transmissionsgrad gemessen, indem die Probe mit monochromatischer und polychromer UV-Strahlung bestrahlt und die gesamte durchgelassene (diffuse und direkte) Strahlung erfasst wird.

*) Erythem ist ein medizinischer Ausdruck für eine entzündungsbedingte Hautrötung (infolge Mehrdurchblutung durch Gefäßerweiterung).
piktogramm

Teil 2 der ÖNORM EN 13758 legt die Anforderungen an die Kennzeichnung von Bekleidung fest, die zum Schutz des Trägers gegen die Belastung durch ultraviolette Sonnenstrahlung vorgesehen ist. Sie ist mit nebenstehendem Symbol gekennzeichnet.

Außerdem muss sie mit folgender Beschriftung versehen sein:

  • Nummer der Norm sowie
  • "Sonnenstrahlung verursacht Hautschäden"
  • "Nur bedeckte Flächen sind geschützt"
  • "Der von diesem Gegenstand gebotene Schutz kann sich durch ständigen Gebrauch, beim Ausweiten oder im nassen Zustand verringern" sowie
  • "Sorgt für UV-A- + UV-B-Sonnenschutz".

Künstlicher Lichtschutz

Unter dem Begriff "künstlicher Lichtschutz" werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die die Haut vor dem Einwirken ultravioletter Strahlung schützen.

Dies können Textilien oder Folien sein bzw. Sonnenmilch oder Sonnengläser mit verschieden starken Lichtschutzfiltern. Sie werden abhängig von ihrem Wirkmechanismus in zwei Klassen eingeteilt: in die chemischen Lichtschutzfilter (Absorber) und die physikalischen Lichtschutzfilter (Reflektoren).

Je nach Hauttyp dauert es unterschiedlich lange, bevor sich die Haut unter Sonneneinwirkung rötet. Im Mittel geht man von 20 Minuten bei ungebräunter Haut aus, Menschen mit blassem, sommersprossigem Teint sollten besser nur mit 10 Minuten rechnen.

Ein Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich mit dem Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann als dieser Zeitraum. Verwendet man also Sonnenschutzfaktor 8, sind das 8 x 20 Minuten.

Eincremen nicht vergessen

Sonnencreme auftragen

Die heutigen Sonnenschutzmittel müssen hohe Anforderungen erfüllen. Die wichtigsten sind

  • ein hoher Licht- und Breitbandschutz,
  • Schweiß- und Wasserfestigkeit,
  • gute Haftung auf der Haut,
  • Stabilität gegen Licht, Luft und Hitze sowie
  • gute Verträglichkeit.

Auf dem Markt gibt es zwei Arten von Sonnenschutzprodukten, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden:

Solche mit chemischem Filter dringen in die Haut ein, nehmen dort die energiereiche UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um. Je nachdem, welcher Wellenbereich umgewandelt wird, unterscheidet man UVA-, UVB- oder Breitbandfilter.

Produkte mit mineralischem Filter dringen nicht in die Haut ein, sondern reflektieren das Sonnenlicht an der Hautoberfläche. Als so genannte Deckpigmente eignen sich vor allem Zinkoxid oder Titandioxid.

Nachweis der Filterwirkung

Sonnenbrille wird vor die Sonne gehalten

Mit der ÖNORM EN ISO 24444 "Kosmetik - Untersuchungsverfahren für Sonnenschutzmittel - In-vivo-Bestimmung des Sonnenschutzfaktors (SSF)" liegt ein genormtes Prüfverfahren für die Erythemwirkung der ultravioletten Strahlung auf der Haut vor.

Zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors wird die Energiemenge, die erforderlich ist, um eine minimale Erythemreaktion auszulösen, zum einen für die ungeschützte Haut, zum anderen für die mit Sonnenschutzmittel behandelte Haut ermittelt. Die Prüfung erfolgt auf der Haut von gesunden Probanden, wobei in der Regel UV-Strahlung aus einer künstlichen Lichtquelle eingesetzt wird.

Für die Klassifizierung der Hauttypen der Probanden ist die Einteilung entweder nach Phototypen oder nach Hautfarbtypen vorzunehmen. Bei den Phototypen wird auf Grundlage einer Sonnenexposition von 30 bis 40 Minuten nach einem Winter ohne Sonnenexposition zwischen Typ I ("immer schnell Sonnenbrand, jedoch keine Bräunung") bis Typ VI ("nie Sonnenbrand, tiefbraune Pigmentierung") unterschieden.

Auf Grundlage der Colorimetrie wird die Hautfarbe in ebenfalls sechs Kategorien - von "sehr hell" bis "schwarz" - eingeteilt.

Schutz für die Augen

Hund schützt seine Augen vor der Sonne, wie es sich gehört!

Mit einer Sonnenbrille ohne UV-Filter sollte man besser nicht unterwegs sein, sonst riskiert man sein Augenlicht. Aufgrund der steigenden Umweltbelastung wurde die Ozonschicht dünner und durchlässiger, so dass die kurzwelligen UV-Strahlen ungefiltert ins Auge dringen könnten. Bindehautentzündung, Hornhauttrübungen und Netzhautschäden sind mögliche Konsequenzen.

Braune, grüne und graue Gläser eignen sich bei Sonnenschein am besten, weil sie die Farben am wenigsten verfälschen. Der Schutz vor den schädlichen Strahlen ist unabhängig vom Tönungsgrad der Gläser, die Filterung geschieht durch eine Spezialbeschichtung im Material.

Bei stärkerer Sonnenstrahlung greifen die meisten fast schon automatisch zur Sonnenbrille, nicht aber bei wolkigem Himmel. Dabei dringen die schädlichen UV-Strahlen selbst bei starker Bewölkung noch zu 50 Prozent durch.

Transmission und Absorption

Absorption von UV-Strahlen - beleuchtetes Auge in Regenbogenfarben

Die ÖNORM EN 12312-1 „Augen- und Gesichtsschutz - Sonnenbrillen und ähnlicher Augenschutz - Teil 1: Sonnenbrillen für den allgemeinen Gebrauch“ definiert physikalische (mechanische, optische usw.) Eigenschaften für Sonnenbrillen und Sonnenschutzfilter mit Nennbrechwert null, die keine Korrektionsbrillengläser sind und die zum Schutz gegen Sonnenstrahlung für allgemeinen Gebrauch, den gesellschaftlichen sowie privaten Bereich einschließlich Autofahren und Straßenverkehr vorgesehen sind.

Anforderungen an Filter sind beispielsweise der Transmissionsgrad, der Brechwert der Sichtscheiben, Streulichteigenschaften, Werkstoff- und Oberflächengüte, Festigkeit, Strahlenbeständigkeit und auch Entflammbarkeit. Als "vollständige Sonnenbrillen" gelten in dieser Norm Fassungen mit Filtern, die zum Verkauf für Endverbraucher angeboten werden. Sie dürfen keine vorspringenden Stellen, scharfen Kanten oder sonstigen Fehler haben, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch vermutlich den Tragekomfort beeinträchtigen oder eine Verletzung bewirken.

Damit der Brillenträger ausreichend informiert wird, sind verbindliche Angaben vorgesehen. Die Kennzeichnung soll sich entweder auf der Fassung, auf einem an der Brille befestigten Schild oder auf der Verpackung befinden. Verpflichtend sind Identifikation des Herstellers oder Lieferanten, Kategorie des Filters nach Norm-Tabelle, Nummer und Ausgabedatum dieser Norm, Warnhinweise wie „Nicht für direkten Blick in die Sonne".