Sicherheitskennzeichen neu geregelt

Mit 1. Oktober 2012 tritt ISO 7010 an die Stelle der bisherigen ÖNORM Z 1000 und bringt wichtige Neuerungen für alle Arbeitgeber.

Wien (AS prm, 27.09.2012)

Am 1. Oktober 2012 wird ÖNORM EN ISO 7010 "Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen" veröffentlicht. Sie vereinheitlicht nun Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen auf europäischer und zugleich internationaler Ebene.

Dieses überregionale Kompendium ist eine vollständige Sammlung aller Sicherheitszeichen, in das zukünftige noch zu bestimmende Zeichen regelmäßig als Amendments (Ergänzungen) eingefügt werden. Die seit 1997 gültige zweiteilige nationale ÖNORM Z 1000 "Sicherheitskennfarben und -kennzeichen" wird aufgrund der Übernahmeverpflichtung von Europäischen Normen zurückgezogen und durch ÖNORM EN ISO 7010 ersetzt.

Sicherheitsaussagen mit eindeutigen Registriernummern

Die Zunahme des internationalen Handels, des Verkehrs und der Mobilität von Arbeitskräften haben eine einheitliche Kommunikation von Sicherheitsinformationen erforderlich gemacht, denn nicht standardisierte Kennzeichnungen können zu Verwirrungen und auch zu Unfallgefahren führen. Für jede Sicherheitsaussage soll es daher immer nur ein Sicherheitszeichen geben. Form und Farbe der Zeichen entsprechen ISO 3864-1, die Gestaltung der graphischen Symbole ISO 3864-3.

Die übergeordneten Kategorien sind Rettungs-, Brandschutz-, Gebots-, Verbots- und Warnzeichen. ÖNORM EN ISO 7010 ist so aufgebaut, dass in einer Tabelle alle sogenannten Sicherheitsaussagen in alphabetischer Reihenfolge mit jeweils einer Registriernummer versehen sind. Eine Sicherheitsaussage ist beispielsweise "Absturzgefahr, Warnung vor" oder "Warnweste benutzen". Jedes registrierte Sicherheitszeichen kann in der Online Browsing Platform (OBP) der Internationalen Normungsorganisation ISO aufgerufen bzw. in der Norm als Suchkriterium angewendet werden.

Pflicht der Arbeitgeber in Österreich

Was bedeutet dies nun für österreichische Arbeitgeber, die gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz – ASchG für eine geeignete Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung zu sorgen haben?

Sie brauchen vorerst – so Ing. Lesigang, zuständiger Komitee-Manager bei Austrian Standards – nichts zu tun: "Bestehende Sicherheitskennzeichnungen müssen nicht ersetzt werden, teilweise dürfen sie auch gar nicht ausgetauscht werden, da manche in der ISO 7010 doch erheblich von der österreichischen Kennzeichnungsverordnung abweichen, und die gesetzlichen Bestimmungen haben klarerweise Vorrang vor einer freiwilligen Normen."

Allerdings ist vorgesehen, die Europäische Richtlinie 92/58/EWG in naher Zukunft zu überarbeiten. Damit könnten sich in den nächsten Jahren Änderungen ergeben. Empfohlen wird jedoch schon jetzt, wo sinnvoll, jene Zeichen aus der ISO 7010 anzuwenden, die nicht durch die Kennzeichnungsverordnung geregelt sind.

Weiterhin gültig bleibt aber auf jeden Fall der Grundsatz, dass Sicherheitszeichen kein Ersatz für ordnungsgemäße Arbeitsmethoden, Unterweisungen sowie für Unfallverhütungsmaßnahmen und -übungen sind. Denn die Unterweisung der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber ist wesentlicher Teil eines Sicherheitssystems.

Alle Zeichen im Überblick

Komitee-Manager Lesigang und dem Komitee 052 "Arbeitsschutz, Ergonomie, Sicherheitstechnik – AES" war es ein besonderes Anliegen, Missverständnissen, die aufgrund dieser Änderung des Normenwerks entstehen könnten, vorzubeugen. Deshalb wurde für ÖNORM EN ISO 7010 ein eigener Nationaler Anhang zusammengestellt. Darin sind in einer Tabelle die Zeichen gemäß EU-Richtlinie 92/58/EWG (Mindestvorschriften für die Sicherheits- und/oder Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz), Kennzeichnungsverordnung (KennV BGBl. II Nr. 101/1997), ÖNORM EN ISO 7010:2012 und der jetzt zurückgezogenen ÖNORM Z 1000-2 gegenübergestellt.

Sind bei manchen Zeichen die Abweichungen eher geringfügig, sind bei anderen doch deutliche Unterschiede in Gestaltung und Bezeichnung zu erkennen. Beispielsweise sind in ÖNORM EN ISO 7010 die Symbole für Feuerwehrschlauch und Feuerleiter durch Flammen ergänzt.

Dazu Ing. Kurt Lesigang: "Bei der ISO-Norm wurde darauf Rücksicht genommen, dass es Menschen mit Farbfehlsichtigkeiten gibt, die den roten Hintergrund nicht interpretieren und daher nicht als Rettungsmöglichkeit im Brandfall erkennen können."

Andererseits sind in ÖNORM EN ISO 7010 manche Zeichen gar nicht enthalten, die laut KennV sehr wohl verpflichtend sind, wie z. B. der bekannte grüne Pfeil für "Rettungsweg – Notausgang". Die Sicherheitszeichen aus der zurückgezogenen ÖNORM Z 1000 können aber von den Anwendern weiterhin im Nationalen Anhang nachgeschlagen werden.

Mit der Verordnung BGBl. II Nr. 101/1997 der Bundesministerin für Arbeit und Soziales über die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Kennzeichnungsverordnung – KennV) wurde die EG-Richtlinie "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (Richtlinie 92/58/EWG des Rates vom 24. Juni 1992) in nationales österreichisches Recht umgesetzt.

Autorin: Regina Slameczka

Bibliographie

ÖNORM EN ISO 7010 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen

PR-ID: 0583-2012-09-27 / sicherheits-kennzeichen