Kompetenz bei der Zollabwicklung gefragt

Austrian Standards bietet seit Mai 2017 eine Zertifizierung von Zollfachkräften. Wissen und Know-how werden damit von unabhängiger Seite bestätigt

Wien (AS prm, 03.08.2017)
Zollfachkraft

Zölle gibt es im EU-Binnenmarkt schon lange nicht mehr. Trotzdem steigt bei vielen Unternehmen der Bedarf nach Zollfachkräften. Denn der weltweite Export nimmt zu, genauso wie die Importe nach Österreich und Europa wachsen. Personen mit Kompetenz in allen Fragen der Zollabwicklung sind also gefragt. Ebenso gefragt ist der Nachweis von Qualifikation und entsprechendem Wissen, damit Unternehmen sichergehen können, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich über die notwendigen Kompetenzen verfügen.

Austrian Standards bietet seit Mai 2017 eine Zertifizierung für Zollfachkräfte an. Das Zertifizierungsschema wurde auf Initiative und unter maßgeblicher inhaltlicher Beteiligung der Zollakademie Austria erarbeitet. "Mittlerweile wurden mehr als 30 Verfahren zur Personenzertifizierung durchgeführt, und unsere kommenden Prüfungstermine sind schon sehr gut gebucht. Der Markt zeigt uns, dass es einen Bedarf nach unabhängig geprüften Zollfachkräften gibt", berichtet Dr. Peter Jonas, Leiter der Zertifizierungsstelle von Austrian Standards.

Aufgabe einer Zollfachkraft ist es, einen rechtskonformen Warenverkehr mit Drittländern in Anlehnung an den Zoll-Kompetenzrahmen der Europäischen Union (EU Zoll KR) der EU-Generaldirektion Steuern und Zollunion (TAXUD) sicherzustellen. Die Tätigkeit als Zollfachkraft ist gewissermaßen eine Vorstufe zum Zollvertreter. Die Kompetenzanforderungen für Zollvertreter sind im Europäischen Standard EN 16992 definiert.

Konkrete Kompetenzen einheitlich beurteilt

Zu den Fähigkeiten, über die Personen verfügen müssen, um erfolgreich zertifiziert zu werden, gehören u. a. Grundlagenkenntnisse und Überblickswissen im Zollrecht (z. B. Unionszollkodex, Durchführungsvorschriften dazu, Zolltarif) sowie in angrenzenden Rechtsbereichen (z. B. Handelsbeschränkungen, Steuer- und Abgabenrecht, Ursprungs- und Präferenzrecht, Finanzstrafrecht, Haftungsrisiken, Sanktionen, Aufbau der Zollverwaltung).

Weiters gehören dazu Kenntnisse der Prozesse der Abwicklung von Zollvorgängen einschließlich der Nutzung der vom Gesetzgeber gewollten Vorteile, Vereinfachungen und Erleichterungen (z. B. Zollaussetzungen, Bewilligungen für vereinfachte Zollverfahren). Ebenso braucht es Kenntnisse der wesentlichen Abläufe der Zollverwaltung (z. B. Fristenläufe, Zuständigkeiten, Warenkontrolle) und der Überwachung der Zolldienstleistungen, die Externe erbringen, Vertretungsverhältnisse und Vollmachten.

Überprüft wird aber auch das Wissen über unternehmensrelevante Prozesse (z. B. Wareneingang, Warenausgang) und Schnittstellen zu anderen Organisationseinheiten, wie z. B. Buchhaltung (Zollwert, Abgabenbescheid).

Ausbildung & Zertifizierung

Was es außerdem braucht: fachliche Ausbildung und/oder entsprechende berufliche Erfahrung im Außenwirtschaftsbereich. Spezielle Ausbildungen zur Zollfachkraft, die dann mit einer Zertifizierung von Austrian Standards abgeschlossen werden können, bieten die Zollakademie Austria und der Kitzler Verlag.

Bibliografie

ÖNORM EN 16992 Kompetenzanforderungen für Zollvertreter

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