Europäischer Tag des Fahrrads: sicher auf zwei Rädern

Normen als unverzichtbare, verlässliche Begleiter im Windschatten der Radler

Wien (AS prm, 29.05.2018)
Junge Familie mit Fahrrädern

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Am 3. Juni, dem Tag des Fahrrads, wird der Drahtesel als besonders umweltfreundliches und gesundes Fortbewegungsmittel abgefeiert. Damit man sich darauf verlassen kann, dass das Fahren mit dem Rad auch nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen guttut, dafür sorgen erprobte Standards, die von einem Experten-Pool aus der Praxis für die Praxis entwickelt wurden.

Austrian Standards holt die unsichtbare Rad-Safety aus dem Windschatten der Sport- und Alltagsradler, um auf deren überlebenswichtige Bedeutung in Gelände und Straßenverkehr hinzuweisen.

Ob auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem Ausflug am Wochenende - das Fahrrad ist ein beliebter Begleiter im mobilen Alltag. Weltweit gibt es ungefähr eine Milliarde Fahrräder - doppelt so viele wie Autos. Dabei werden jedes Jahr etwa 100 Millionen neue Fahrräder hergestellt.

Eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass es in Österreich drei Millionen Fahrrad-Haushalte gibt und rund fünf Millionen Österreicherinnen und Österreicher das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen.

In der ÖNORM EN ISO 4210 sind eine ganze Reihe Standards definiert, die dafür sorgen, dass Radfahrerinnen und Radhfahrer sicher unterwegs sind.

Sicherheit hat Vorfahrt

Die europäisch und international gültige Normenreihe ÖNORM EN ISO 4210 "Sicherheitstechnische Anforderungen an Fahrräder" besteht aus neun Teilen und legt Sicherheitsanforderungen für Bauteile unterschiedlicher Fahrradtypen fest.

Teil 4 regelt z.B. das Prüfverfahren für Bremsen. Professionelle Mountainbiker erreichen mit ihren Rädern eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Wenn dann abrupt gebremst werden muss, ist eine gut funktionierende Bremse unter Umständen lebenswichtig.

Nach ÖNORM EN ISO 4210 muss unter anderem geprüft werden, ob die Bremshebel, die Bremsleitungen sowie die Bremsbeläge sicher befestigt sind. Darüber hinaus ist wichtig, dass die Bremsen im Hinblick auf ihre Bremsleistung sowie die Hitzebeständigkeit sicher sind.

Auch Pedale und Tretkurbel sind ganz besonderen Belastungen ausgesetzt. Mit ihrer Hilfe bewegt sich der Fahrradfahrer vorwärts. Daher sind beide Bauteile unterschiedlichen Kräften ausgesetzt. Neben dem normalen Treten müssen die Pedale auch Steigungen bezwingen und das Aufsteigen auf das Fahrrad aushalten. Mit den in der ÖNORM EN ISO 4210 genormten Prüfungen sollen die alltäglichen Belastungen abgebildet werden.

Achtung bei Kinderfahrrädern

Gerade wenn es um Kinderfahrräder geht und das Fahren noch nicht souverän beherrscht wird, sind die passende Fahrradgröße, die geeignete Bauform und die Funktionalität von Bremsen und Schaltung besonders wichtig. Die ÖNORM EN ISO 8098 "Kinderfahrräder -Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren" regelt Konstruktion, Montage und Prüfung von Fahrrädern für Kinder.

Ganz wichtig - den Kopf schützen

Rund 37 Prozent der bei Unfällen verletzten Radfahrer erleiden Kopfverletzungen. Mehr als 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen ließen sich durch das Tragen eines Helms vermeiden. Daher sollte der Fahrradhelm zur Standardausrüstung bei jeder Biketour gehören. Die ÖNORM EN 1078 "Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen" regelt die Belastungen, denen ein Helm standhalten muss.

Bereits bei der Auswahl des Helms sollte der erste Blick dem Prüfzeichen gelten. In Österreich ist das Prüfzeichen inzwischen Pflicht, ganz egal, ob ein teures Markenprodukt im Fachgeschäft oder die günstige Variante beim Discounter gekauft wird.

Abschließen nicht vergessen!

Ein schickes Bike ist zu Recht der ganze Stolz seines Besitzers - und dieser Schatz will gut verwahrt sein. Im vergangenen Jahr wechselten 28 274 Fahrräder in Österreich unerlaubt den Besitzer, davon die meisten in Wien. Ein normkonformes Fahrradschloss kann dem Diebstahl erfolgreich vorbeugen. Die ÖNORM EN 15496 "Fahrräder - Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrradschlösser" legt die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Fahrradschlössern fest und beschreibt die Prüfverfahren hinsichtlich der Festigkeit, Sicherheit, Funktion und Korrosionsbeständigkeit. Neben dem Fahrradschloss können Sattel und Vorderrad mittels Sicherheitsschrauben vor Diebstahl geschützt werden. Normen sind demnach gut für Mensch UND Rad.

Bibliografie

ÖNORM EN ISO 4210 Fahrräder - Sicherheitstechnische Anforderungen an Fahrräder
Teil 1: Begriffe
Teil 2: Anforderungen für City- und Trekkingfahrräder, Jugendfahrräder, Geländefahrräder (Mountain-bikes) und Rennräder
Teil 3: Allgemeine Prüfverfahren
Teil 4: Prüfverfahren für Bremsen
Teil 5: Prüfverfahren für die Lenkung
Teil 6: Prüfverfahren für Rahmen und Gabel
Teil 7: Prüfverfahren für Laufräder und Felgen
Teil 8: Prüfverfahren für Pedal und Antriebssystem
Teil 9: Prüfverfahren für Sättel und Sattelstütze

ÖNORM EN ISO 8098 Fahrräder - Sicherheitstechnische Anforderungen an Kinderfahrräder

ÖNORM EN 1078 Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen

ÖNORM EN 15496 Fahrräder - Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrradschlösser

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