British Standards Institution (BSI) möchte weiter aktiv an der europäischen Normung teilnehmen

BSI-Direktor Scott Steedman unterstreicht bei Vollversammlung von Austrian Standards Bedeutung Europäischer Standards

Wien (AS prm, 30.06.2016)
Scott Steedman, Director of Standards des BSI, als Gastredner bei der Vollversammlung von Austrian Standards | Präsidialratsmitglied Torsten Bahke (DIN) und Scott Steedman mit dem Austrian-Standards-Jahresbericht 2015

Scott Steedman, Director of Standards des BSI, als Gastredner bei der Vollversammlung von Austrian Standards

Präsidialratsmitglied Torsten Bahke (DIN) und Scott Steedman mit dem Austrian-Standards-Jahresbericht 2015

Bezugnehmend auf mögliche Folgen des Brexit sagte Scott Steedman, Director of Standards des BSI, als Gastredner bei der Vollversammlung von Austrian Standards am Mittwoch, auch wenn "Störungen für Innovationen" oft wichtig sind, ginge es jetzt um Stabilität für die britische und die gesamte europäische Wirtschaft.

CEN, das Europäische Komitee für Normung, wurde 1961 von Großbritannien mitbegründet, obwohl das Land erst 1973 in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aufgenommen wurde.

"Standards sind ein Konsens darüber, wie Gutes ausschaut. Die Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs bei CEN und CENELEC ist extrem wichtig, um Handel, Innovation und Wirtschaftswachstum in ganz Europa zu ermöglichen. Wir sollten alles daran setzen, dass im Hinblick auf Verhandlungsergebnisse zwischen der EU und Großbritannien sichergestellt wird, dass Großbritannien in CEN und CENELEC weiter voll und ganz mitwirken kann", sagte BSI-Direktor Steedman in seiner Rede.

Standards, deren Wesen es ist, Grenzen und Interessenskonflikte zum Wohl der Bürger zu überwinden, seien versteckte Juwelen der Integration und des Abbaus von Handelshemmnissen.

Der Umsatz des BSI beträgt aktuell umgerechnet rund 75 Mio. EUR. Umso stolzer zeigte sich die Direktorin von Austrian Standards, Elisabeth Stampfl-Blaha, bei der Vollversammlung, dass das heimische Institut mit einem Budget von rund 10 Mio. EUR international so weit vorne mitspielt. Austrian Standards belegt den siebenten Platz bei der Führung internationaler Normungskomitees und Arbeitsgruppen.

Das Normengesetz bedeute aber eine Zäsur; es werde für alle Beteiligten kein "weiter-wie-bisher" geben können. Auch wenn Austrian Standards die negativen Auswirkungen kurzfristig mildern könne, mittelfristig müssten alle involvierten Stakeholder mehr Verantwortung übernehmen, damit Österreich die Interessen der heimischen Wirtschaft und Konsumenten in der europäischen und internationalen Standardisierung einbringen kann.

Verantwortungsübernahme aller Beteiligten notwendig

In diesem Sinn seien die Stakeholder dringend gefordert, konkret Verantwortung zu übernehmen - und zwar nicht für Austrian Standards, sondern für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg und für einen soliden Wirtschaftsstandort Österreich mit hochwertigen Arbeitsplätzen. "Ob das gelingt, wird eine Frage des Engagements sein - auch und ganz besonders des finanziellen", unterstrich der wiedergewählte Präsident von Austrian Standards Institute, Walter Barfuß.

Eine zentrale Auswirkung des Normengesetzes ist, dass das erfolgreiche Finanzierungsmodell, mit dem es 2015 gelungen ist, das österreichische Normungssystem voll auszufinanzieren, und das einen moderaten Teilnahmebeitrag für die Mitwirkung an der Normung vorsah, nun nicht mehr möglich sein wird. "Wir müssen ein ausgewogenes Finanzierungsmodell, das den schrittweisen Entfall von Förderungen kompensieren konnte, das einen Zuwachs an Teilnehmenden gebracht hat und ein ausgeglichenes Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2015 ermöglichte, über Bord werfen", bedauert Manfred Matzka, wiedergewählter Vizepräsident von Austrian Standards.

Bilanz 2015: Zahl der Normen weiter rückläufig, nur mehr 8,7 Prozent der neuen ÖNORMEN rein nationale Standards

Die Normenstatistik 2015 zeigt: Den insgesamt 1.620 Neuerscheinungen von ÖNORMEN stehen 1.994 Zurückziehungen gegenüber. 2015 gab es somit einen Rückgang um 374 ÖNORMEN. Der nationale Anteil an den Neuerscheinungen lag 2015 bei nur mehr 8,7 Prozent.

Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Jetzt geht es vor allem darum, das europäische Normenwerk aktuell zu halten und Innovationen sinnvoll in Standards einzubetten.

Jahresbericht 2015 stellt Standards auf den Kopf

Im Rahmen der Vollversammlung wurde auch der Jahresbericht 2015 präsentiert, der diesmal unter dem Motto "(K)eine Welt ohne Standards" steht und auf unkonventionelle Weise vor Augen führt, wie dies am Beispiel des Berichts aussehen könnte. Das Ergebnis dieses Experiments online auf www.austrian-standards.at/jahresbericht.

Linktipps

Zu den Fotos von der Vollversammlung

Brexit - Was bedeutet der Brexit für europäische Standards und BSI?
Positionspapier "European standards and the UK" des British Standards Institution BSI zum EU-Referendum

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