Brandschutz: Klare Kennzeichnung kann im Ernstfall entscheidend sein

Für einen zuverlässigen Brandschutz ist, unter vielen Gesichtspunkten, die Vermittlung von Sicherheitsinformationen von großer Bedeutung. Nur so kann auf mögliche Gefahren, aber auch auf Einrichtungen des Brandschutzes hingewiesen werden. Der Brandschutz-Standard ÖNORM F 2030 wird Ende des Jahres in seiner Neufassung erscheinen und den aktuellen Stand all dieser Hinweise vereinen

Wien (AS prm, 05.09.2019)
Brandschutzaspekte © fotolia.com/highwaystarz

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Zum Schutz der Belegschaft sowie von Gästen gibt es in Österreich strenge gesetzliche Regelungen in Sachen vorbeugender Brandschutz. Neben der Bestellung eines Brandschutzbeauftragten und dem Vorhandensein von Löschhilfen für den Akutfall sind Betriebe und Einrichtungen dazu verpflichtet, eine Reihe von Zeichen und Hinweisen im Haus anzubringen.

Diese Kennzeichnung hilft zum einen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Besucherinnen und Besuchern, sich im Notfall richtig zu verhalten, und zum anderen dient sie der Feuerwehr dazu, sich im Brandfall im Gebäude und auf Firmengeländen zu orientieren und zurecht zu finden. Denn im Ernstfall muss das Feuerwehr-Einsatzteam zielsicher und möglichst rasch an Löschwasserentnahmestellen herangeführt werden.

Damit die Beschilderungen überall gleich aussehen und richtig eingesetzt werden, enthält die nun erneuerte ÖNORM F 2030 "Kennzeichen für den Brandschutz - Anforderungen, Ausführungen, Verwendung und Anbringung" grundlegende Bestimmungen für Kennzeichen zum Brandschutz.

Primäre Änderungen umfassen die Berücksichtigung der Anforderungen der ÖNORM EN ISO 7010 "Graphische Symbole - Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen - Registrierte Sicherheitszeichen". Weiters wurden die Hinweiszeichen für das Verhalten im Brandfall komplett neu aufgenommen, auch in einer zweisprachigen Version.

Erstmals elektronische Darstellungsformen erfasst

"In der neuen ÖNORM F 2030 wurden nun im Sinne der Digitalisierung weitere Herstellungsarten ermöglicht", ergänzt Brandschutzexperte Dipl.-Ing. Hannes Schwinger. Er war maßgeblich an der Neufassung der Brandschutz-Norm beteiligt und gibt ein Beispiel: "Es wurde erstmals die Möglichkeit einer elektronischen Darstellung geschaffen. Dadurch ist es möglich, auch auf Displays von Anlagen Kennzeichnungen oder Hinweise anzuzeigen. Es kann künftig auch ein Wandhydrant mit einem Display versehen werden und im Brandfall kann über dieses Display die Fluchtwegrichtung angezeigt werden."

Ebenfalls enthalten sind die Standards zu den für Hinweiszeichen im Brandschutz zu verwendenden Maßen, Schriften und Farben sowie auch die Orte der Anbringung. Unternehmen und Organisationen können also mittels der ÖNORM F 2030 alle nötigen Hinweise herstellen lassen und danach auch den Standards entsprechend anbringen.

Eine weitere Neuerung der überarbeiteten Normen berücksichtigt nun auch die Hinweiszeichen für Kohlenstoffdioxidlöscher (CO2-Löscher). "Durch dieses Kennzeichen wurde ein Erlass des Zentralarbeitsinspektorates (ZAI) vom Sozialministerium bestmöglich berücksichtigt", sagt Schwinger.

Die Überarbeitung der Norm war längst fällig, denn die vorherige Ausgabe stammte aus dem Jahr 1998 und basierte auf der Kennzeichnungs-Verordnung. Mittlerweile gibt es aber diverse Brandschutzzeichen, die in der Praxis verwendet werden und daher berücksichtigt werden sollten.

Von der Branche für die Anwender

Die ÖNORM F 2030 wurde im Komitee 041 "Feuerwehrtechnik und Brandschutzwesen" von Fachleuten aus den Bereichen öffentliche Verwaltung, Erzeuger von Feuerwehrausrüstungen, Prüf-, Überwachungs- und Konformitätsbewertungsstellen, fachspezifischer Ausbildungsstätten sowie Feuerwehren überarbeitet.

Betroffen von dieser Norm sind laut Schwinger Brandschutzbeauftragte, Sicherheitsfachkräfte, Feuerwehrmitglieder, Mitglieder von Feuerkommissionen (Feuerbeschau), Prüfer von Konformitätsbewertungsstellen oder befugten Ziviltechniker- und Ingenieurbüros, sowie Hausverwaltungen und technische Wartungs- und Instandhaltungsunternehmen.

Die überarbeitete ÖNORM F 2030 wird voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen. Wer die Empfehlungen aus dieser Norm befolgt, ist also beim Thema Brandschutz auf dem neuesten Stand.

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Cornelia Mayer

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