"And the Emmy goes to …" ISO-Standards

Internationale Standards sind die Geheimzutaten für das Erfolgsrezept Video. Der HEVC-Standard wurde sogar mit zwei Emmys ausgezeichnet. Auch Standards aus Österreich sorgen für unbeschwertes Videostreaming in bester Auflösung

Wien (AS prm, 14.10.2019)
World Standards Day 2019

World Standards Day 2019

Eine Welt ohne Filme bzw. Videos? Undenkbar in der heutigen Zeit! YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine weltweit und unter den Top 3 der meist besuchten Internet-Seiten. Die Videoplattform veröffentlicht regelmäßig Ergebnisse der Nutzungszahlen. Daraus geht u.a. hervor, dass jede Minute auf YouTube rund 400 Stunden Videomaterial hochgeladen werden. Eine Milliarde Stunden werden täglich weltweit YouTube-Videos gestreamt. Mit Stand Dezember 2018 wurden 5,2 Milliarden YouTube-Videos registriert. Das sind ungeheure Zahlen, wenn man bedenkt, dass es die Videoplattform erst seit 2005 gibt.

Die Zahlen belegen auch die steigende Relevanz von Bewegtbild. Kein Wunder, denn die Fortschritte in der Videotechnik haben unsere Welt verändert, die Unterhaltung revolutioniert, Freunde und Familien auf der ganzen Welt zusammengebracht und unsere Kommunikation bereichert. Vorbei ist die Zeit, in der Videotechnik ausschließlich einschlägigen Fachleuten vorbehalten war. Bewegtbild ist dank Digitalisierung, Internet und technischer Lösungen für jeden zugänglich geworden. Menschen auf der ganzen Welt können ihre Geschichten in lebendigen, bewegten Bildern teilen.

Doch was steckt hinter dem Erfolgsrezept "Bewegtbild-Content"? Antwort: Standards. Sie bilden unsichtbar im Hintergrund die Basis, um Videotechnologie überhaupt erst zu ermöglichen: Inmitten einer Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern, Ursprungsländern und Videoformaten sorgen international angewandte Standards für Interoperabilität und Funktionalität. Sie erfüllen die Anforderungen der Filmindustrie nach leistungsstarken Komprimierungsfunktionen.

Anlässlich des 73. Weltnormentags am 14. Oktober wollen nationale und internationale Standardisierungsorganisationen wie Austrian Standards und ISO auf die hidden champions der Video-Branche aufmerksam machen.

Emmy für HEVC-Standard

Was normalerweise nur berühmte Schauspieler in bekannten TV-Produktionen für ihre herausragenden Leistungen erhalten, wurde 2017 auch einem Standard zuteil. Zwei der begehrten "Primetime Emmy Awards" wurden der zuständigen Arbeitsgruppe für den Standard ISO/IEC 23008-2 "Information technology - High efficiency coding and media delivery in heterogeneous environments - Part 2: High efficiency video coding" (kurz: HEVC) verliehen. Die standardisierten Videokomprimierungsalgorithmen wurden in Zusammenarbeit von IEC, ISO und ITU erarbeitet und sind seither das primäre Kodierungsformat für Ultra-High Definition.

Meilenstein im Videostreaming aus Österreich

Auch in Österreich wurde 2017 das Klagenfurter Start-up Bitmovin für die Mitarbeit bei der Entwicklung des internationalen MPEG-DASH-Standards (ISO/IEC 23009) von Austrian Standards mit dem Living Standards Award ausgezeichnet. Dank des Standards ruckelt und zuckelt es beim Abspielen von Videos im Internet nicht mehr. Jeder Player kann so jedes Videoformat einwandfrei und ohne Störung abspielen. Der Interoperabilitätsstandard ist damit auch gleichzeitig die Basis für weitere Innovationen auf dem Gebiet, denn auf ihn können weitere Forschungs- und Standardisierungsarbeiten aufsetzen.

Video-Standards made in Alpbach

"Aktuell wird auf internationaler Ebene an rund 90 Standards aus dem Bereich JPEG und MPEG gearbeitet. Das 130. Treffen der MPEG Arbeitsgruppe wird im April kommenden Jahres in Alpbach stattfinden", kündigt Werner Bailer, Digital-Experte der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft und Vorsitzender der Arbeitsgruppe AG 29 bei Austrian Standards, an.

Künstliche Intelligenz: Videocodierung für maschinelle Auswertung

Der Fachmann weiß, was die Branche in den nächsten Jahren beschäftigen wird: "In Zukunft werden immersive Multimediaanwendungen den Konsumentinnen und Konsumenten erlauben, sich frei in einer audiovisuellen Szene zu bewegen. Videos werden zunehmend nicht nur von Menschen betrachtet, sondern auch von Maschinen mittels AI ausgewertet. Deshalb sind bereits - unter Mitarbeit österreichischer Experten - neue Standards für Video Codierung, Transport und effiziente Auswertung durch neuronale Netzwerke im Entstehen."

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Cornelia Mayer

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