ÖNORM

Eine ÖNORM ist eine von Austrian Standards Institute veröffentlichte nationale Norm. Bei ÖNORMEN sind freiwillige Standards, die in Normungsgremien (Komitees) bei Austrian Standards Institute erarbeitet werden. Angeregt wird ihre Entwicklung entweder durch interessierte Kreise, oder sie werden im Rahmen der europäischen und internationalen Normung (z. B. CEN/CENELEC, ISO/IEC) als nationale Norm übernommen. ÖNORMEN werden von Austrian Standards Institute herausgegeben.

1. Entwicklung einer ÖNORM

Den Projektantrag, eine neue ÖNORM zu entwickeln oder eine bestehende Norm zu überarbeiten, kann jede Person - unter Nennung von Gründen - stellen. Für die Einbringung des Projektantrags steht seit 1. Jänner 2014 ein Online-Formular zur Verfügung.

Gibt es zu dem Themenbereich bereits ein Komitee bei Austrian Standards Institute, so übernimmt dieses die Aufgabe, gemeinsam mit dem Antragsteller den Projektantrag für die Neuentwicklung/Überarbeitung zu prüfen.
 
Dabei wird erhoben, ob zu diesem Thema auf europäischer Ebene bereits vergleichbare Normungsarbeiten laufen. Wenn ja, müssen nationale Entwicklungen aufgrund der "Stillhalteverpflichtung" unterbleiben (ausgenommen: die Überarbeitung bestehender nationaler ÖNORMEN, für die eine Ausnahme von der Stillhalteverpflichtung beim Europäischen Komitee für Normung CEN beantragt werden kann).

Weiters werden relevante Rechtsvorschriften, mögliche Patente und Markenrechte, allfällige Internationale und ausländische Normen ermittelt und die am Thema interessierten Kreise (Stakeholder) erhoben. Ebenso kann die Entwicklung einer ONR erwogen werden.

Nach der Prüfung im Komitee wird der Projektantrag für vier Wochen hindurch der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt.
Projektanträge, die derzeit zur öffentlichen Stellungnahme vorliegen, finden Sie hier.

Auf Grundlage der eingelangten Stellungnahmen und der vorherigen Prüfung entscheidet das zuständige Komitee über die Aufnahme des Projektantrags in sein Arbeitsprogramm.

2. Vorgehensweise

Sobald das Komitee den Vorschlag zur Entwicklung einer nationalen ÖNORM angenommen hat, werden Öffentlichkeit und mögliche konkrete Interessenten über das Norm-Projekt und die Möglichkeit zur Teilnahme informiert. Außerdem wird das Projekt den anderen CEN-Mitgliedern (= nationale Normungsinstitute) gemeldet ("notifiziert").

Der Norm-Vorschlag wird dann im Komitee innerhalb eines zuvor festgelegten Zeitplans entwickelt. Ein Komitee-Manager von Austrian Standards Institute begleitet das Projekt über den gesamten Zyklus.

Nach Abschluss der Arbeiten entscheidet das Komitee, ob der Vorschlag als ÖNORM-Entwurf der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt werden kann.

Entscheidet das Komitee ohne Gegenstimmen (Konsens) für die Herausgabe des ÖNORM-Entwurfs, kann die Öffentlichkeit, innerhalb einer (sechswöchigen) Frist, Kommentare zum Inhalt des ÖNORM-Entwurfs abgeben.

2.1. Stellungnahme

Stellungnahmen zu Entwürfen können über das Normen-Entwurf-Portal online abgegeben werden.

Die Kommentare, die aus dem Stellungnahme-Verfahren einlangen, werden im Komitee behandelt (möglichst unter Teilnahme derer, die Stellung genommen haben). D.h.: Die Kommentare werden entweder angenommen oder unter Nennung von Gründen abgelehnt.

Je nach Art und Umfang der Änderungen, die sich aus dem Stellungnahmeverfahren ergeben, entscheidet das Komitee, ob

  • das Dokument als (fertige) ÖNORM veröffentlicht werden kann
  • der Entwurf überarbeitet und als "2. ÖNORM-Entwurf" neuerlich zur Stellungnahme aufgelegt wird, oder
  • das Projekt aus dem Arbeitsprogramm gestrichen wird.