Legionellen

Trinkwasser vor Legionellen schützen

Steht Trinkwasser über längere Zeit in Leitungen, kann das zu mikrobieller Belastung durch Legionellen oder Pseudomonaden führen. Da diese Bakterien Temperaturen zwischen 20 und 50 Grad Celsius bevorzugen, sind zentrale Warmwasser-Versorgungsanlagen davon besonders betroffen. Die ÖNORMEN B 5019 und EN 806 definieren die Hygiene-Standards bei Planung, Ausführung und Betrieb derartiger Trinkwasser-Erwärmungsanlagen.

 

Inhaltsverzeichnis

1 Hintergrund
2 Standards
3 Bibliografie

 

1. Hintergrund

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel des Menschen. Es ist Süßwasser mit einem hohen Reinheitsgrad und eignet sich dadurch zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen. Darin gelöste Mineralstoffe, wie Kalzium, Magnesium oder Natrium, sind für den menschlichen (und den tierischen) Organismus lebensnotwendige Nährstoffe.

Die österreichische Trinkwasserverordnung, die Umsetzung der EU-Richtlinie über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch in nationales Recht, schreibt vor, dass Trinkwasser ohne gesundheitsgefährdende Verkeimungen beim Endverbraucher ankommen muss.

Derartige mikrobielle Belastungen können durch mangelnde Hygiene, beschädigte Leitungen oder retrograde Verkeimung - eine Rückverkeimung durch stehendes oder nur langsam fließendes Wasser - entstehen. Stagniert das Wasser in den Leitungen oder fließt nur wenig Wasser mit geringem Druck durch die Leitungen, können sich sogenannte Biofilme bilden, die dauerhaft Keime in das Trinkwasser abgeben. Zu den am häufigsten auftretenden Mikroorganismen zählen neben den allgegenwärtigen Pseudomonaden besonders Legionellen, die lebensgefährliche Lungenerkrankungen auslösen können.

 

2. Standards

Derartigen Infektionen durch mikrobielle Belastungen soll ÖNORM B 5019 vorbeugen. Sie behandelt alle hygienerelevanten Aspekte zentraler Warmwasser-Versorgungsanlagen. Die darin formulierten Standards gelten für Badeeinrichtungen, Kranken- und Kuranstalten, Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen, Beherbergungsbetriebe, Wohnanlagen und öffentliche Gebäude.

Das Regelwerk geht von einer umfassenden Trinkwasseranalyse aus. Entsprechend dem Gefährdungspotential werden vier Risikogruppen - von niedrig (bei Verwaltungsgebäuden) bis hoch (bei Krankenanstalten mit immunsupprimierten Patienten) - unterschieden, für die entsprechende Maßnahmen zu ergreifen sind.

Werden Legionellen festgestellt, sind je nach Konzentration unterschiedliche Schritte - von der mittelfristigen bis zur sofortigen Sanierung - zu setzen, die ebenfalls in der ÖNORM B 5019 definiert sind. Die technischen Standards für Trinkwasser-Installationen formuliert ÖNORM EN 806.

 

3. Bibliografie

ÖNORM B 5019 Hygienerelevante Planung, Ausführung, Betrieb, Überwachung und Sanierung von zentralen Trinkwasser-Erwärmungsanlagen
ÖNORM EN 806 Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen