Sprechen Sie Titel? Über Bachelor, Amtsrat und Oberoffizialin

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12.08.2020

Titel sind so österreichisch wie der Stephansdom und die Sachertorte – fast 1.600 solcher Bezeichnungen gibt es hierzulande mittlerweile. Der aktualisierte Praxisleitfaden „Titel in Österreich“ kennt sie alle und erklärt, was es bei diesem sensiblen Thema zu beachten gilt.

Heinz Kasparovsky

Als zu Zeiten Maria Theresias die Erfolgsgeschichte der Titel in Österreich begann, waren die Dinge noch überschaubar: „Dipl.-Ing.“ wies den Weg zum Ingenieur, „Dr. med. univ.“ identifizierte den Allgemein­mediziner. Mittlerweile gibt es hierzulande fast 1.600 Titel – von akademischen Graden über Amts-, Berufs- und Ehrentitel bis hin zu Funktionsbezeichnungen, jeweils weiblich und männlich. Aus Gründen, deren Erforschung sicher lohnend wäre, ist Österreich auch 2020 noch immer sehr titel-affin. Orientierung und Hilfestellung bei der korrekten Verwendung bietet das eben in bereits 6., aktualisierter und erweiterter Neuauflage erschienene Standardwerk „Titel in Österreich“.

Seit Juli dieses Jahres dürfen Handwerker ihren „Meister“ als offiziellen Qualifikationstitel führen und diesen auch in den Reisepass eintragen lassen. Auf Niveau 6 im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) steht er damit auf einer Stufe mit Bachelor-Abschluss oder Ingenieur-Qualifikation. Zu Recht, denn „der Meister ist einer der am längsten existierenden Titel“, erklärt Heinz Kasparovsky. Er leitet das Informationszentrum für akademische Anerkennung und ist langjähriger Autor des Praxisleitfadens „Titel in Österreich“, dessen aktuelle, sechste Auflage er eben mit seiner Kollegin Ingrid Wadsack-Köchl veröffentlicht hat.

Aufgewerteter „Meister“ sowie neue Titel im Gesundheitsbereich, Vereinfachungen, Hilfestellungen

Neben der Aufwertung des Meistertitels spiegeln sich in der Neuauflage zahlreiche Entwicklungen der letzten vier Jahre wider: So wurden neue Titel im Gesundheitsbereich sowie neue Verwendungsbezeichnungen für Vertragsbedienstete und IT-Bedienstete des Bundes ergänzt. Zusätzlich wurde die neu gestaltete Ingenieursqualifikation – wie Meister und Bachelor auf NQR-Niveau 6 – aufgenommen. Für Erleichterung dürften Adaptierungen bei den Abkürzungen sorgen: Neben einer umfassenden Homogenisierung darf ab jetzt weitgehend auf den Punkt am Ende verzichtet werden. Überlegungen zur Ansprache von Personen in Briefen oder in persönlicher Anrede helfen bei der täglichen Korrespondenz.

Navigationshilfe und Nachschlagewerk – inklusive Kirchen und Religionsgemeinschaften

„Die vorliegende Auflage berücksichtigt alle in den aktuell gültigen österreichischen Bundes- und Landesgesetzen erwähnten Titel“, erklären Heinz Kasparovsky und Ingrid Wadsack-Köchl. Darüber hinaus sind auch die Titel aller in Österreich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften aufgenommen. „Unser Kompendium soll eine Navigationshilfe durch die vielschichtige österreichische Titellandschaft bieten und allen, die Titel verwenden, helfen, dies richtig und sachgerecht zu tun“, so die Autoren.

Praxisbeispiele, übersichtliche tabellarische Darstellungen und Register machen „Titel in Österreich“ zu einem überaus nützlichen systematischen Nachschlagewerk für jedes Unternehmen, für Behörden, Anwaltskanzleien, Redaktionen und alle am Thema Interessierten. Damit die Tabellen gut verwendbar sind, erscheint das Buch in Hardcopy im Format DIN A4 sowie als E-Book im Format PDF – hier ist durch die Suchfunktion eine optimale, effiziente Nutzung möglich.

Versandkostenfrei im Webshop von Austrian Standards erhältlich

Heinz Kasparovsky, Ingrid Wadsack-Köchl
Titel in Österreich
Der Leitfaden für die Praxis
6., aktualisierte und erweiterte Auflage
2020, A4, 276 Seiten, kartoniert
Austrian Standards plus GmbH

http://bit.ly/kasparovsky
Print: 978-3-85402-407-1, Preis: EUR 45,00
E-Book PDF: ISBN 978-3-85402-408-8, Preis: EUR 35,99
Preise inkl. 5% USt. (reduzierter Steuersatz)

Zu den Autoren: Heinz Kasparovsky und Ingrid Wadsack-Köchl leiten die Abteilung für Internationales Hochschulrecht im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

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Niklas Jelinek, Head of Public Relations

Niklas Jelinek

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